Überzahl geht auch anders

09.12.2017 13:30 von Chronicle Redakteur Martin

9. Dezember

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Überzahl geht auch anders

Letzten Samstag war die Überzahl ein Fluch. Dass es auch anders geht in Überzahl zeigten uns heute die Orangenen. Endlich mal wieder ein richtiges Überzahlspiel mit Überlegenheit, Überzahl-Situationen und allem, was dazu gehört. Allem ??? Naja, nicht ganz, denn die Chancenauswertung war eher mangelhaft. Aber auch die Gelben taten alles, um das Überzahlspiel nicht zu mächtig werden zu lassen und sie waren darin sehr erfolgreich.

Bei trübem, kaltem (Minus Grade !!!) Winterwetter, es schneite sogar leicht und vor allem einem eisigen Wind trafen sich heute immerhin 13 VEB‘ler zu ihrem Kick. Angesichts unserer langen Verletzungsliste eine ansehnliche Zahl. Sogar die Türen zum Platz waren geöffnet, unseren Kicks stand also nichts mehr im Wege. Nachdem dringend notwendigen Aufwärmen verteilte Carmelo die Leibchen. Und wieder kam die Diskussion über die zu kleinen Leibchen auf, wir hatten diesmal 3 Moby-Dicks. Und als dann auch noch Ali in kurzen Hosen antrat, war Claus vollends bedient.

Robert, der in die Verteilungsprozedur platzte, wurde schon als Leibchen-Wascher begrüßt, aber Robert hatte Glück (und einige Ausreden parat wie langen Anfahrtsweg, es ist noch vor 8 Uhr, …) denn zum Schluss kam Jonas, der somit heute die Leibchen waschen durfte. So ging es dann mit 7 Orangenen gegen 6 Gelbe los.

Die Orangenen mit Gernot im Tor, Franz-Josef, Robert und Jonas hinten und davor mit Ali, Jörg und Wolfgang besannen sich von der ersten Minute an auf ihre Überzahl. Die Gelben mit Martin im Tor, Claus und Tom hinten und davor mit Klaus, Basti und Carmelo wurden so sofort hinten rein gedrängt.

Die Orangenen setzten sich gleich in der gelben Hälfte fest. Dabei nutzten sie geschickt ihre Überzahl, machten das Spiel breit und hatten immer einen freien Mann zum Anspielen. Zudem zogen die Orangenen weit vorne ein energisches Pressing auf, sodass die Gelben bei Ballbesitz kaum Anspielstationen hatten. So wurden die Gelben zu riskanten Pässen gezwungen, die dann meist bei den Orangenen landeten.

So spielte sich das Geschehen meist vor Martins Tor ab und Martin wurde frühzeitig warm geschossen, was ihm angesichts der Kälte ganz lieb war. Gleich zu Beginn segelte eine hohe Flanke auf Jörg, aber Martin kam gerade noch rechtzeitig raus und boxte den Ball vor Jörgs einköpfbereiten Kopf weg. Dabei hat Martin zum Glück den Ball und nicht Jörgs Kopf getroffen.

So erspielten sich die Orangenen im Minutentakt Chance um Chance, während die Gelben kaum die Mittellinie sahen. Wieder war Jörg frei und wurde angespielt, diesmal kam er an den Ball, aber sein Schuss strich haarscharf an langen Pfosten vorbei. Auch Wolfgang schoss aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei. Und was nicht vorbei flog, konnte Martin wegboxen.

So langsam wurden die Orangenen ob der vielen vergebenen Chancen unruhig. Aber dann, endlich, brach Wolfgang den Bann. Rechts angespielt lief er alleine Martin zu und gegen seinen platzierten Schuss hatte Martin keine Chance. Der Ball flog an den Innenpfosten des langen Pfostens und von dort ins Netz zur verdienten 1 : 0 Führung der Orangenen.

Bis dahin hatten sich die Gelben so gut wie keine Chance erspielt. Das lag neben dem orangenen Pressing vorallem an der schlechten Passquote der Gelben. Spätestens der zweite oder dritte Pass schlug fehl. Und wenn ein Pass doch mal ankam, konnte er nicht immer sinnvoll verwertet werden. Dabei spielte Basti eine unglückliche Rolle, denn ihm versprangen sehr viele Bälle und so kamen die Orangenen immer wieder leicht in Ballbesitz. Ein vernünftiger gelber Spielaufbau war so nicht möglich.

Und das ging nach dem 1 : 0 munter so weiter. Denn nun war der Torbann gebrochen und die Orangenen zielten nun genauer. So traf Wolfgang bald danach zum 2 : 0. So langsam konnten sich die Gelben vom orangenen Pressing etwas befreien und sorgten so dafür, dass es auch Gernot etwas warm wurde. Aber so richtige Chancen sprangen dabei nicht raus. Eine der wenigen guten Chancen konnte dann Carmelo (??) zum 1 : 2 verwerten.

Aber am Spiel änderte auch dieser Anschlusstreffer nichts, das Spiel spielte sich meist um oder im gelben Strafraum ab. Nach seinen vielen Fehlversuchen gelang dann verdientermaßen auch Jörg sein Tor. Basti zerrte sich an der Leiste, als ihm mal wieder ein Ball versprang. Er humpelte vom Feld und das Spiel lief weiter.

Jörg stand links frei vor dem Tor und wurde angespielt. Jörg nahm den Ball auf und setzte ihn aus kurzer Distanz an den Pfosten. Der Ball sprang auf die andere Seite zu einem Orangenen. Der passte sofort wieder zurück zum immer noch freien Jörg, der nun keine Mühe hatte, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken zur 3 : 1 Führung der Orangenen.

In der Zwischenzeit war Basti bei den Bänken angekommen, wir diskutierten schon über einen notwendigen Wechsel, als Carmelo fragte, ob Basti nicht ins gelbe Tor gehen könnte. Nun, Basti traute sich das zu und so ging Martin raus nach vorne in den Sturm.

Dieser Wechsle stabilisierte das gelbe Spiel etwas, aber es bescherte Carmelo ein neues Problem. denn nun musste er vorne mit Martin kooperieren und das klappte – positiv ausgedrückt - nicht immer. Aber dazu später mehr.

Auf jeden Fall hatte das gelbe Spiel nun mehr Struktur und das machte sich bald durch den Anschlusstreffer zum 2 : 3 bemerkbar. Aber Basti im gelben Tor blieb natürlich nicht ohne Einsatz, denn die Orangenen waren weiterhin deutlich überlegen und Basti wurde fleißig unter Beschuss gesetzt. Und Basti warf sich todesmutig in jeden Schuss und vorallem vor die Füße der heran stürmenden Orangenen. So verhinderte Basti so manches Tor.

Aber Beim Abwerfen der so eroberten Bälle war Basti nicht ganz so erfolgreich wie beim Fangen. Zudem hatte Basti zeitweise vergessen, dass ein Torwart den Ball auch mit der Hand aufnehmen darf.

Ein Ball flog ins Zentrum des gelben Strafraums, Basti stürmte heraus und kontrollierte den Ball mit den Fuß. Sofort wurde Basti attackiert, aber anstatt den Ball mit der Hand aufzunehmen, schlug Basti den Ball überhastet weg. Der Ball landete bei einem Orangenen, der den Ball sofort nach vorne zum freistehenden Wolfgang weiter spielte. Wolfgang hatte dann keine Mühe, den Ball zum 4 : 2 zu versenken.

Aber diesmal blieben die Gelben dran und starteten ihrerseits weitere Angriffe. Claus wurde von Klaus steil rechts geschickt, Martin lief links mit und um den kümmerte sich kein Orangener. Kurz vor der Torauslinie flankte Claus geschickt nach innen auf den zweiten Pfosten, wo Martin den Ball in aller Ruhe annehmen konnte. Den Ball stoppen und an Gernot vorbei ins Tor schieben war – beinahe – eine Bewegung und es hieß nur noch 3 : 4.

Bevor aber zu große Hoffnung auf eine Wende aufkam, Martin rechnete schon: „nur noch zwei Tore bis zum Sieg“, schenkte Basti den Orangenen deren verdienten Sieg. Ein missglückter Abwurf von Basti landete statt bei einen Gelben direkt vor den Füßen von Wolfgang, der sofort abzog und den Ball neben dem Pfosten zum 5 : 3 Sieg der Orangenen ins Netz haute.

So durften wir endlich Pause machen, die aber angesichts der Kälte nicht allzu lange dauerte. So ging es bald zurück auf das Feld zum zweiten Spiel.

Auch in diesem Spiel waren die Orangenen überlegen. Sie drängten die Gelben früh in ihren Strafraum, aber im Gegensatz zum ersten Spiel konnten sich die Gelben immer wieder aus dieser Umklammerung befreien. Aber das 1 : 0 konnten die Gelben so trotzdem nicht verhindern. Wolfgang war links frei angespielt worden und setzte den Ball neben dem Pfosten ins Netz. Über zwei Spiele gesehen hat Wolfgang so einen Hattrick erzielt.

Die Gelben ließen sich dadurch aber nicht einschüchtern und setzten ihre Angriffsbemühungen unentwegt fort. Klaus dirigierte von hinten die Angriffe und bediente Claus, Martin und vorallem Carmelo immer wieder mit Vorlagen. Carmelo konnte so eine Vorlage dann zum 1 : 1 Ausgleich nutzen.

Das Spiel ging flott hin und her, auch wenn die Gelben ob der vermehrten Laufarbeit etwas müder wurden. Basti wehrte einige scharfe Bälle bravourös ab, aber gegen das 2 : 1 war er dann doch machtlos.

Und wieder schlugen die Gelben zurück. Eine hohe Flanke segelte vor Gernots Tor, Gernot versuchte den Ball zu fangen, was aber misslang. Der Ball klatschte ihm aus den Händen, Martin kam anher gestürmt und hob den Ball in der Luft mit dem Knie über Gernot hinweg zum 2 : 2 Ausgleich ins Netz. Es war Martins erstes Tor mit dem Knie.

Das Spiel wurde nun ein offener Schlagabtausch. Bei den Gelben machte sich nun die fehlende Harmonie zwischen Carmelo und Martin im Sturm bemerkbar, was besonders an Martin lag. Martin schoss, wenn er lieber auf Carmelo hätte passen sollen. Und wenn Martin mal passte, war Carmelo nicht mehr da, wohin Martin den Ball schickte. So verpufften viele erfolgsversprechende Angriffe der Gelben, was Carmelo ziemlich ärgerte.

Und dann verteilte Basti das nächste und letzte Geschenk an die Orangenen. Wieder warf sich Basti todesmutig in eine Flanke und erwischte den Ball. Aber anstatt den Ball nach links ins Aus zu dreschen, wollte Basti einen gelben Angriff starten und schlug den Ball in die Mitte. Dort aber wartete Jonas, der den Ball dankend aufnahm und ins verlassene Tor zur 3 : 2 Führung donnerte.

Die Gelben antworteten energisch und setzten trotz der Disharmonie vorne ihre Angriffe fort. Und sie erspielten sich einige Ecken. Eine davon schlug Klaus in den orangenen Strafraum, aber die Orangenen wehrten die Ecke ab und schickten Wolfgang steil. Jörg und Ali liefen mit und Wolfgang flankte steil auf den zweiten Pfosten zu den Beiden. Im letzten Augenblick sah Jörg, dass hinter ihm Ali frei war und ließ den Ball durch. Ali hatte dann kein Problem, den Ball ins leere Tor zur 4 : 2 Führung zu schieben.

Und wieder schlugen die Gelben zurück. Wenn ihr Sturmduo in Disharmonien versinkt, müssen halt die Abwehrrecken ran. Claus ging rechts durch, wurde von Klaus angespielt und legte den Ball quer zum mitgelaufenen Tom. Der brauchte den Ball „nur“ noch ins Tor zu schieben und es hieß nur noch 3 : 4.

Ali wurde es in seiner kurzen Hose nun doch etwas kalt, denn er drängte auf ein schnelles Ende des Spiels: „lasst uns Schluss machen, noch ein Tor, dann ist es vorbei“. Aber auch Martin wollte das Spiel beenden. denn seine Gelben waren doch etwas müde und hatten kaum noch Kraft. Martin rechnete richtig aus, dass den Gelben noch zwei Tore zum Sieg brauchten.

Eines davon schossen die Gelben kurz danach und plötzlich musste in diesem eigentlich schon entschiedenen Spiel das golden Goal entscheiden. Carmelo hatte dieses Tor auf dem Schlappen. Plötzlich funktionierte das gelbe Sturmduo wieder, als Martin ein toller Heber auf Carmelo gelang. Carmelo köpfte den Ball mit dem Hinterkopf aufs Tor, wo Gernot den Ball abwehrte. Der Abpraller fiel Carmelo vor die Füße und der drosch den Ball erneut aufs Tor. Wieder fuhr Gernot reaktionsschnell die Hand aus und lenkte das Geschoss zur Ecke. Eine tolle Leistung !!!

Die Gelben aber hatten dadurch Blut geleckt und blieben dran. Klaus ging rechts durch und flankte quer auf Carmelo und diesmal war Carmelo erfolgreich und schoss den Ball zum insgesamt verdienten 5 . 4 Sieg der Gelben. So endete ein kalter, aber erfreulicher Samstagmorgen für uns. Martin führte Jonas dann noch in die Tiefen des Leibchen-Waschens ein und so gingen wir alle befriedigt nach Hause.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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