Schneewalzer mit Misstönen

24.02.2018 13:30 von Chronicle Redakteur Martin

24. Februar

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Schneewalzer mit Misstönen

Was hätte das heute für ein Traumtag mit Traum-Kicks werden können. Theoretisch war alles eigentlich perfekt, wenn es da nicht den einen oder anderen Missklang gegeben hätte. Tja, wenn der Ball auf dem Schneeboden nicht ein sehr ausgeprägtes Eigenleben entwickelt hätte. Wenn Klaus sich nicht verletzt hätte, wenn die Gelben gemäß den Anweisungen ihres Dirigenten gespielt hätten, dann wäre es bestimmt ein Traumtag geworden. Und zu allem Überfluss tauchte die Sonne die phantastische Winterlandschaft erst dann in glitzerndes Licht, als wir schon auf dem Weg ins Stüberl waren. Aber wir ließen uns davon natürlich nicht entmutigen und erlebten auch so einen beinahe perfekten Traumtag.

Bei trübem Winterwetter mit Minus 4 Grad und eisigem Ostwind trafen sich heute die letzten gesundgebliebenen 13 VEB’ler zu ihrem Eisbären-Kick. Der Hauptplatz war schneebedeckt und somit gesperrt, also durften wir auf den alten Kunstrasenplatz ausweichen. Dort war zwar ein kleines Areal freigeschippt worden, aber erstens war uns das zu klein und zweitens viel zu glatt und rutschig. Zuerst wurden unsere beiden Geburtstagskinder herzlichst beglückwünscht und dann Achim bestaunt, der trotz der sehr winterlichen Verhältnisse in kurzen Hosen erschienen war.

Klaus schlug schon eine Sammelaktion für eine lange Hose für Achim vor, war sich aber nicht sicher, ob dies bei Achim auf Freude stoßen würde. Carmelo verteilte derweil auf dem Areal zwar noch die Leibchen, aber dann gingen wir nach hinten in die mit jungfräulichem Schnee bedeckten Weiten des Platzes, stellte die Tore auf und begannen so mit 7 Gelben gegen 6 Orangene.

Die Orangenen mit Guiseppe im Tor, Jörg, Dieter und Eugen in der Abwehr und davor mit Klaus und Achim begannen recht flott. Die Gelben mit Wolfgang im Tor, Pellegrino, Clemens und Martin in der Abwehr und davor mit Jonas, Wolfgang, dem Ingo und Carmelo ließen es eher ruhiger angehen.

So kamen die Orangenen in die gelbe Hälfte ohne dort allerdings großen Schaden anzurichten. Denn wir alle mussten uns erst einmal mit dem ca. 10 Zentimeter hohen Schneebelag auf dem Boden vertraut machen. Dem Ball machte der Belag nichts aus, er genoss den Belag regelrecht und führte so ein sehr ausgeprägtes Eigenleben.

So litt unser Spiel am Anfang - und auch während der folgenden Spiele – des Öfteren unter unvorhersehbaren Störungen unseres Kombinationsspiels und wir brauchten sehr lange, um uns an diese Umstände zu gewöhnen. Dann aber machten die Gelben zum ersten Mal ernst.

So waren das Geplänkel leid, schnappten sich den Ball, Pellegrino rannte nach vorne, wurde angespielt und haute den Ball beim ersten gelben Angriff zur 1 : 0 Führung ins Netz.

Die Orangenen ließen sich dadurch nicht schocken und einigten sich bald auf ihren Spielstil. Da die Gelben unter der Regie von Pellegrino sehr früh pressten und attackierten, versuchten die Orangenen von hinten heraus sicher zu spielen und, wenn sich die Gelegenheit ergab, schnell und steil zu kontern.

Und das klappte eigentlich auch ganz gut. Zwar attackierten die Gelben sehr früh, das Spiel fand hauptsächlich in der orangenen Hälfte statt, aber die Orangenen bewahrten Ruhe und Übersicht, ließen den Ball meist gut laufen und lauerten auf ihre Konterchance.

Und die ergab sich beinahe zwangsläufig, denn durch die gelbe Spielweise war die gelbe Hälfte ziemlich verwaist. Achim eroberte hinten in der Abwehr den Ball und haute ihn hoch nach vorne. Pellegrino konnte den hohen Ball nicht erreichen, drehte sich um und rutsche aus, sodass Klaus freie Fahrt hatte. Diesen freien Raum nutzte Klaus souverän aus, umkurvte den herausstürmenden Wolfgang und schob den Ball überlegt zum 1 : 1 Ausgleich ins Netz.

Damit war die Spielweise für das erste Spiel eigentlich festgelegt. Das Spiel fand hauptsächlich in der orangenen Hälfte statt, die Gelben waren überlegen und die Orangenen hatten Probleme, über die Mittellinie zu kommen. So ergaben sich schnell viele gelbe Chancen.

Aber im Verwerten dieser Chancen waren die Gelben sehr schlecht. Entweder hauten sie über den zum Teil gemein hoppelnden Ball, oder, wenn sie ihn trafen, hauten sie ihn mehr oder weniger weit am Tor vorbei. Auch zwei Pfosten- und Lattentreffer machten die Sache nicht besser, die Gelben trafen einfach nicht ins Tor.

Die Orangenen verteidigten geschickt, aber ihr Spiel nach vorne war doch sehr selten. Wenn sie dann aber mal schnell nach vorne kamen, herrschte meiste höchste Gefahr im gelben Strafraum. Klaus, Achim und Eugen waren einfach zu wendig und zu schnell für die gelbe Abwehr und so kamen die Orangenen immer wieder zu guten Gelegenheiten.

Wolfgang musste immer im letzten Moment eingreifen um Schlimmeres zu verhindern. Mal fuhr er blitzschnell die Hand aus, um einen Querpass von Eugen auf den freien Achim zu unterbinden, mal musste er den Ball vor heran stürmenden Orangenen weghauen.

Aber dann nutzte all das auch nichts. Das 2 : 1 war beinahe eine Kopie des 1 : 1. Wieder ein weiter, präziser Steilpass nach vorne in die leere gelbe Hälfte, Klaus war am schnellsten am Ball und versenkte ihn zur 2 : 1 Führung der Orangenen.

Die Gelben verstärkten ihre Bemühungen, aber Pellegrino war immer unzufriedener mit den Darbietungen seiner Gelben. Sie konnten es ihm heute wahrlich nicht recht machen, Mal standen sie zu weit weg vom Mann, mal liefen sie auf den Mann zu statt ihm nur den Weg zu versperren, mal liefen sie gerade aus anstatt zu kreuzen etc. etc. So gab Pellegrino ständig seine Anweisungen und wurde immer ungehaltener.

Genutzt hat das alles freilich nicht viel, die Fehlerquote aus Pellegrinos Sicht blieb hoch, da konnte er schreien und dirigieren wie er wollte, seine Gelben gehorchten ihm einfach nicht. Und sie vergaben weiterhin ihre Chancen vorne, die sie sich beinahe im Minutentakt erspielten.

Dann endlich brach Jonas diesen Fluch, indem er mittig den Ball bekam und kräftig drauf hielt. Wie eine Granate flitzte der Ball mittig ins Tor zum 2 : 2 Ausgleich. Aber die orangenen Konter blieben stets gefährlich sodass die Gelben immer auch Absicherung nach hinten betreiben mussten. Und die Gelben hatten weiterhin hinten Glück, dass die Orangenen ihre Konter nicht erfolgreich zu Ende spielen konnten.

Clemens war es vergönnt sein Geburtstagstor zu schießen, als es ihm nach einigen Fehlversuchen endlich gelang, den Ball im Netz unter zu bringen. Da sich das Spiel hauptsächlich in der orangenen Hälfte abspielte, wurde es Wolfgang im gelben Tor trotz sporadischer Harakiri-Einsätze zu kalt und so durfte er raus ins Feld. Statt seiner ging nun Pellegrino ins Tor und er durfte sich gleich richtig beweisen als Torwart.

Denn die Orangenen waren weiterhin sehr gefährlich bei ihren gelegentlichen Kontern und so war stets höchste Konzentration gefordert. Dann erwischte es den armen Klaus. Für den Chronisten war nicht ganz ersichtlich, was genau passiert ist. Für ihn sah es so aus, dass Klaus im Laufduell mit Jonas (??) war und dabei hinfiel. Dabei muss er sich den Knöchel verdreht haben, denn danach humpelte Klaus eine Weile über das Feld. Aber das Angebot eines Wechsels lehnte Klaus ab.

Die Gelben profitierten nun von ihrem Torwartwechsel. Denn nun war Wolfgang aus seiner angestammten Position links vorne und wurde dort fleißig angespielt. Die ersten Bälle verschoss Wolfgang noch recht großzügig, dann aber gelang ihm doch sein Tor zum 4 : 2.

Aber die Orangenen ließen nicht locker. Bei Klaus ging es einigermaßen wieder und so kamen die Orangenen weiterhin immer wieder gefährlich vor Pellegrinos Tor. Eugen wurde links angespielt, umspielte einen Gelben, zog in die Mitte, hatte freie Schussbahn und haute den Ball in den entfernten Winkel zum 3 : 4 Anschlusstreffer.

In der Zwischenzeit war auch Giuseppe aus dem orangenen Tor raus gegangen und Jörg (??) stand nun zwischen den Pfosten. Und auch dieser Torwartwechsel hatte Folgen. Jonas (??) kam links an den Ball, nahm Fahrt auf und flankte aus spitzem Winkel scharf vor das orangene Tor. Dabei traf er Giuseppe unglücklich ins Gesicht und von dessen Gesicht prallte der Ball neben dem Pfosten zum 5 . 3 Sieg der Gelben ins Netz. Nach langer Spielzeit war das erste Spiel damit beendet.

Der Weg zu den Getränken war weit, denn die standen am anderen Ende des Platzes. Trotzdem schafften wir diese Entfernung, erfrischten uns und so ging es ins zweite Spiel. Martin war inzwischen bei den Gelben im Tor und Jörg nun bei den Orangenen.

Aber das Spiel wollte einfach nicht beginnen. Schier endlose Diskussionen am Anstoßkreis, bis endlich Clemens und Giuseppe die Leibchen tauschten. Giuseppe war nun ein Gelber und Clemens ein Orangener. So ging das zweite Spiel endlich los.

Trotz dieses Wechsels blieben die Gelben überlegen und setzten sich wieder in der orangenen Hälfte fest. Und so ergaben sich gleich die ersten Chancen. Carmelo schoss scharf, aber Jörg konnte den Ball gekonnt zur Seite abklatschen. Carmelo reagierte am schnellsten, schnappte sich den Ball kurz vor der Torauslinie und stürzte sich in ein Duell mit Eugen. Die Beiden beharkten sich, Carmelo gelang es, etwas ins Feld zurück zukommen, als er sich plötzlich drehte und den Ball am verdutzten Jörg vorbei neben den Pfosten zur 1 : 0 Führung ins Netz haute.

Die Orangenen blieben ihrem Stil notgedrungen treu und verlegten sich weiterhin aufs Kontern. Wieder lief so ein schneller Konter, Klaus wurde frei gespielt, schaute kurz und haute den Ball dann flach ins rechte Eck zum 1 : 1 Ausgleich.

Das war dann allerdings die letzte Aktion von Klaus heute, denn danach tat sein Knöchel so weh, dass er nur noch humpelnd vorankam. Auch ins Tor konnte er so nicht und so musste Klaus schweren Herzens aufhören zu spielen. Da es weiterhin saukalt war, wollte Klaus nicht auf die anschließende Feier warten und ging nach Hause.

Alles Gute Klaus !!!

Um die sich so ergebende Ungleichheit auszugleichen, zog sich Martin ein orangenes Leibchen an und verstärkte so die Orangenen. Wer bei den Gelben stattdessen ins Tor ging, hat der Chronist nicht mitgekommen. Und dieser Wechsel bewirkte eine komplette Veränderung des Spiels. Denn ab nun waren die Orangenen plötzlich spielbestimmend, während die Gelben immer öfters hinten rein gedrängt wurden.

Plötzlich kamen die Orangenen vermehrt zu Chancen und im Gegensatz zu den Gelben vorher nutzten die Orangenen ihre Chancen wesentlich besser. Eugen kam über links, wurde angespielt und haute den Ball aus sehr spitzem Winkel zur 2 : 1 Führung der Orangenen ins Netz.

Die Orangenen blieben dran und auch Martin ging nun öfters mit nach vorne. Ein Querschläger sauste durch den gelben Strafraum, Martin und Giuseppe spurteten nach dem Ball, Martin rutsche dabei aus und knallte auf den Boden, wo er leicht benommen liegen blieb.

Einige hörten deshalb auf zu spielen während andere weiter machten. So schnappte sich Eugen den Ball und flankte ihn quer auf den völlig freistehenden Achim, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Trotz der unklaren Situation wurde das Tor anerkannt, es stand 3 : 1 für die Orangenen.

Aber auch die Gelben blieben gefährlich, wenn sie mal in die orangene Hälfte kamen. Besonders Carmelo war nie richtig zu bremsen. Carmelo wurde angespielt, nahm den Ball mit, drehte sich blitzschnell und schoss in die minimale Lücke, die sich ihm bot. Jörg war geschlagen, es stand nur noch 2 : 3.

Und hätte Jörg in der Folgezeit nicht so hervorragend besonders gegen Carmelo gehalten, der Ausgleich wäre bald gefallen. So aber fiel das kuriose 4 : 2. Ein brusthoher orangener Schuss flog auf das gelbe Tor zu. Pellegrino wollte den Ball abwehren und riss sein rechtes Bein hoch. Pellegrino traf den Ball mit der Hacke und von dort flog der Ball unhaltbar neben dem Pfosten zum 4 : 2 ins Netz.

Aber die Gelben ließen nicht locker und griffen immer wieder an. Carmelo bekamen die Orangenen auch weiterhin nicht in den Griff und schon stand es nur noch 3 : 4. Diesmal überlief Carmelo locker Martin und ließ Jörg wiederum keine Chance mit seinem strammen Schuss.

Aber kurz danach war das Spiel dann aus, als den Orangenen der Siegtreffer zum 5 : 3 gelang. In seinem Überschwang, heute als einer der wenigen zwei Siege eingefahren zu haben, hat es der Chronist versäumt, sich den Siegestorschützen zu merken.

So beendeten wir unsere Spiele heute und nach ein paar Eisbären-Mannschaftsfotos machten uns auf den Weg ins Stüberl, wohin die beiden Geburtstagskinder Wolfgang und Clemens eingeladen hatten. Peter, der wegen seiner ernsthaften TMS-Erkrankung nicht spielen konnte, wollte sich aber der Umtrunk nicht entgehen lassen und hatte den Schlüssel zum Stüberl besorgt.

So konnten wir alle im Warmen feiern, was angesichts der Kälte draußen ein großer Gewinn war. Obwohl, kaum hatten wir den Platz verlassen, brach da die Sonne durch die Nebelbank und fing an, den Platz in glitzerndes Licht zu tauchen. Da draußen wäre es also auch sehr schön geworden.

Drinnen aber verwöhnten uns die Beiden mit Bier, Sekt und O-Saft sowie Brezn, Semmeln, Pasten und Würsten. Nach den beiden Geburtstagsständchen ließen wir es uns gut gehen, griffen beherzt zu und genossen das gemütliche Beisammensein.Hier das Video für Clemens und das für Wolfgang.

Dabei erklärte uns Peter auch, was es mit seiner rätselhaften Krankheit auf sich hat. TMS steht für tödlichen Männerschnupfen, eine wahrlich gefährliche Krankheit, besonders für Männer. Über das Adäquat für Frauen können wir ja mal gesondert diskutieren.

Vielen Dank Wolfgang und Clemens !!!

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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