Schneewalzer mit halbseitigem Vergnügen

03.03.2018 13:30 von Chronicle Redakteur Martin

3. März

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Schneewalzer mit halbseitigem Vergnügen

Dies war wahrscheinlich unser letzter Schneewalzer in dieser Saison. Aber genießen konnte ihn nur eine Mannschaft, die andere hat ihn eher verflucht. Was die einen an Glück hatten, hatten die anderen an Pech. Wo bei den einen Spielfreude und Lust am Fußball aufkam, kam bei den anderen nur Frust und Resignation auf. So entwickelten sich sehr einseitige Spiele und das in vielerlei Hinsicht. Aber wir durften trotzdem Nicht-Tore durch Handspiel erleben und am Ende waren dann alle doch froh und zufrieden.

Bei herrlichem Winterwetter mit Sonnenschein, Windstille und Minus 5 Grad trafen sich heute nur 11 VEB’ler zu ihrem Kick. Angesichts der immer noch verschneiten Platzverhältnisse trafen sich alle auf dem alten Kunstrasenplatz. Dort entbrannte dann die Diskussion, wo auf diesem Platz wir spielen sollten. Auf der kleinen, frei geschippten Fläche oder auf dem schneebedeckten Teil. Andere Alternativen auf Rasen schieden sehr bald aus, sodass wir uns auf den Platz hinter der frei geschippten Fläche entschieden. Derweil verteilte Carmelo die Leibchen und so ging es dann mit 5 Orangenen gegen 6 Gelbe los.

Am Anfang hatten wir alle Probleme mit dem holperigen Schneeuntergrund. Sowohl die Orangenen mit stets wechselndem Torwart mit Pellegrino, Martin, Peter, Klaus und Wolfgang als auch die Gelben mit Martin Niklin im Tor  und davor mit Dieter, Tom, Lucky, Achim und Carmelo. Der Ball machte noch was er wollte und so kam kaum Spielfluss auf.

Aber die Orangenen gewöhnten sich sehr schnell an das unebene Geläuf und brachten den Ball schnell unter ihre Kontrolle. Damit hatten sie einen entscheidenden Schlüssel für ihr erfolgreiches Spiel in der Hand und zusammen mit ihrer Schnelligkeit, Wendigkeit und technischen Sicherheit übernahmen sie die Kontrolle über das Spiel.

Gleich der erste orangene Angriff brachte das 1 : 0. Schnell lief der Ball durch die orangenen Reihen, obwohl in Unterzahl lief sich immer ein Orangener frei und der letzte Pass erreichte den freistehenden Pellegrino, der keine Mühe hatte, den Ball an Niklin vorbei ins lange Eck zu schießen.

Von solchen Kombinationen konnten die Gelben nur träumen. Bei ihnen lief eigentlich kaum bis garnichts zusammen. Ein Fehlpass reihte sich an den nächsten, die Stockfehler auf dem holperigen Schneeboden häuften sich und so kam kaum ein Spiel zusammen. Trotzdem schafften es die Gelben, nach dem Rückstand den Ball nach vorne zu Carmelo zu bringen. Der nahm den Ball in der Mitte an und leitetet ihn (ohne Fehlpass !!!) nach links hinaus zu Achim. Der nahm den Ball auf und schoss ihn ins lange Eck zum 1 : 1 Ausgleich.

Aber das war es dann eigentlich für die Gelben in diesem Spiel, denn von nun an bestimmten ausschließlich die Orangenen das Spiel. Obwohl in Unterzahl war immer ein Orangener frei und wenn gerade keine freie Anspielstation da war, wurde der Ball technisch einwandfrei gehalten und zurück gespielt. So lief das orangene Spiel rund und die Gelben schafften es einfach nicht, auch nur ansatzweise einen Zugriff auf das Spiel zu bekommen.

Kaum hatten die Gelben den Ball, war er auch schon wieder weg, entweder durch einen Stockfehler oder einen Fehlpass, wobei sich darin besonders Lucky auszeichnete, dem heute kaum ein guter Pass gelang. Aber auch die anderen Gelben waren da kaum ein Deut besser. Und wenn es dann zu einem Zweikampf kam ging fast immer der Orangene als Sieger daraus hervor.

Kurz nach dem Ausgleich wurde Pellegrino wieder durch Klaus schön freigespielt und schon hieß es 2 : 1. So ging das munter weiter. Der jeweilige orangene Torwart war weitgehends arbeitslos, die Orangenen konnten in Ruhe von hinten her aufbauen, ein gelbes Pressing fand so gut wie nicht statt, denn die Gelben versammelten sich alle in ihrem Strafraum um die orangenen Angriffe abzuwehren.

Aber das gelang ihnen einfach nicht, denn die Orangenen waren zu wendig und schnell und technisch einfach besser. Ihre Pässe kamen im richtigen Augenblick und sie erreichten meistens ihren Adressaten. So wirbelten die Orangenen die träge gelbe Abwehr nach Belieben durcheinander und fast immer stand ein Orangener frei und richtete maximales Unheil an.

So flog wieder mal ein orangener Querpass durch den gelben Strafraum zum langen Pfosten, wo Pellegrino vollkommen alleine lauerte und den Ball nur noch über den Linie zum 3 : 1 drücken mussten. So nebenbei hat Pellegrino damit den ersten Hattrick heute erzielt.

Davon waren die Gelben meilenweit weg. Trotz Überzahl hatten sie nie Zugriff auf das Spiel, konnten kein vernünftiges Pressing aufbauen und liefen den Orangenen eigentlich nur hinterher. So kam es wie es kommen musste.

Während die Gelben kaum vor dem orangenen Tor auftauchten, stand Niklin unter Dauerbeschuss. Immer wieder flogen die Bälle auf sein Tor zu, von denen er einige abwehren konnte. Des Öfteren musste Niklin auch aus seinem Tor heraus kommen, um sich heran stürmenden Orangenen in den Weg zu stellen. Dabei trat er Wolfgang einmal sehr unglücklich auf den Fuß, aber Wolfgang konnte zum Glück weiterspielen.

Zum Glück für Niklin schossen die Orangenen nicht immer ganz genau, sodass so manch gefährlicher Schuss knapp am Tor vorbei flog. Aber darauf konnte sich Niklin natürlich nicht verlassen.

Denn die Orangenen hatten ja auch noch in Klaus einen sehr zielsicheren Schützen und Klaus war es dann auch, der diesem sehr einseitigen Spiel dann mit seinen beiden Toren zum 4 : 1 und 5 : 1 ein schnelles Ende setzte.

In der Pause gingen nur wenige zurück zu den Bänken, zu kurz war dieses Spiel. Bei den Gelben ging nun Dieter ins Tor und Niklin rückte auf die rechte Abwehrseite. Aber am Spiel änderte sich dadurch nichts. Die Orangenen waren weiter überlegen und belagerten das gelbe Tor. Und auch Dieter war gegen die orangenen Torschüsse weitgehend machtlos, denn bald stand es 1 : 0 für die Orangenen.

Und dann rächte sich Wolfgang für Niklins Fußtritt aus dem ersten Spiel. Die Gelben bekamen mal wieder den Ball nicht aus ihrem Strafraum heraus, Tom und Lucky behinderten sich eher gegenseitig anstatt den Ball wegzuhauen. So kam der Ball nach links hinaus zu Wolfgang, der den Ball aufnahm. Niklin stellte sich ihm in den Weg und durch Niklins geöffneten Beine haute Wolfgang den Ball an Dieter vorbei ins Tor zum 2 : 0. Dieser Tunnel war Wolfgangs Rache.

Aber diese Rache hatte Folgen, denn kurze Zeit später war Wolfgang mal wieder im orangenen Tor – die Orangenen wechselten ihren Torwart alle paar Minuten aus. Niklin ging über rechts mit nach vorne und wurde von Tom angespielt. Am zweiten Pfosten stand Carmelo frei und zu dem wollte Niklin eigentlich flanken. Aber wie so vieles misslang auch dieses. Aber diesmal hatte Niklin Glück, denn seine missglückte Flanke entpuppte sich als sehr gefährlicher Schuss in das verwaiste kurze Eck der Gelben. Dorthin flog diese „Flanke“, Wolfgang tauchte zu spät ab und erreichte den Ball erst hinter der Linie, es stand nur noch 1 : 2. Dies war wiederum Niklins Rache für den Tunnel vorher.

Aber am Spiel änderte dies wenig. Die Gelben hatten weiterhin kaum Zugriff, ihre Angriffe liefen zwar etwas besser, aber sie hatten nie die Kontrolle wie die Orangenen. zwar kamen die Gelben nun öfters vor das orangene Tor, aber dort stand nun Wolfgang und konnte die wenigen, aber gefährlichen Schüsse alle entschärfen.

Das konnte man von dem armen Dieter im gelben Tor nicht sagen, denn die Orangenen schossen wesentlich genauer als die Gelben und schon stand bald 3 : 1 und kurz danach sogar 4 : 1. Dann endlich wurde Carmelo für seinen unermüdlichen, aber bisher letztendlich nutzlosen Einsatz belohnt, als ihm sein erstes Tor zum 2 : 4 gelang.

Das schönste Tor bisher gelang dann aber Klaus wiederum kurz danach. Die Orangenen hatten Ecke, die Pellegrino herein brachte. Alle konzentrierten sich auf die Mitte, wo Martin auf den Ball lauerte. Aber Pellegrino zirkelte den Ball hinter den zweiten Pfosten, wo Klaus ganz alleine stand. Klaus sprang hoch und lupfte den hüfthohen Ball mit dem Innenrist über Dieter hinweg ins entgegengesetzte Eck zum hoch verdienten 5 : 2 Sieg der Orangenen.

Da die Gelben in diesem Spiel schon zwei Tore geschossen hatten, also doppelt so viel wie im ersten Spiel, rechnete Niklin hoch, dass, wenn dies so weiter ging, die Gelben dann das fünfte Spiel gewinnen würden.

Das war aber nur eine luftige Theorie, die mit der Praxis nichts zu tun hatte, denn nach wiederum kurzer Pause ging das dritte Spiel los und es begann wie die beiden vorherigen mit einer baldigen Führung der Orangenen. Diesmal war es Klaus, der einen der ersten orangenen Angriffe zum 1 : 0 abschloss.

So ging das munter weiter, die Orangenen bestimmten das Spiel, die Gelben mühten sich redlich, bekamen sogar ein paar Angriffe zustande, aber viel mehr auch nicht. Und bei diesen Angriffen stellten sich die Gelben nicht besonders glücklich an. Niklin wurde links angespielt, sah das freie kurze Eck und übersah dabei den völlig frei vor dem Tor stehenden Carmelo. Niklin schoss und im Gegensatz zum 2. Spiel wurde aus dem Schuss keine verunglückte Flanke zu Carmelo, sondern der Ball flog knapp am Tor vorbei und Carmelo war sauer auf Niklin: noch freier kann ich nicht stehen. Recht hat er.

Solche Sorgen hatten die Orangenen nicht, denn sie hatten vorne nun Klaus und der war wesentlich treffsicherer als Niklin. Denn Klaus verwandelte die nächsten beiden Chancen souverän zum 2 : 0 und 3 : 0 und hat damit den zweiten Hattrick heute aufgestellt.

Dann endlich wurde aber Carmelo in der Strafraummitte ach mal angespielt und dass das eine gute Idee war bewies Carmelo indem er den Ball zum 1 : 3 verwandelte. Geprägt wurde das dritte Spiel aber hauptsächlich durch zwei Nicht-Tore, jedes Mal verursacht durch ein Handspiel.

Die Orangenen waren mal wieder im Angriff, Martin ging in der Mitte durch und wurde angespielt. Dieter kam aus seinem Tor heraus und warf sich Martin vor die Füße. Martin stupste den Ball an Dieter vorbei und fiel dabei über den am Boden liegenden Dieter. Dabei fiel Martin auf den Ball, der auf dem Weg zum völlig alleine vor dem leeren Tor stehenden Klaus war, der bereits ausholte, um den Ball zu versenken. Aber Martin stürzte mit beiden Händen auf den Ball und hielt ihn in bester Torwartmanier fest. Die Chance zum sicheren 4 : 1 war dahin und Tom bedankte sich bei Martin für dessen tolle Abwehr.

Auf der Gegenseite wurde Carmelo steil geschickt, der orangene Torwart kam aus seinem Tor heraus und Carmelo lieferte sich einen Zweikampf mit ihm. Dabei kam Carmelo zu Fall und berührte den Ball mit der Hand. Carmelo spielte weiter und leitete den Ball zu Achim, der ihn ins verlassene Tor zum vermeidlichen 2 : 3 Anschlusstreffer schob. Aber Carmelo war so fair, sein Handspiel anzuzeigen und so blieb es beim 1 : 3.

Auch das 4 : 1 war dann ein sehr bemerkenswertes Tor. Die Orangenen hatten wieder einmal eine Ecke, die Pellegrino trat. Pellegrino zirkelte den Ball hinter den zweiten Pfosten, wo Wolfgang (?? oder war es Klaus ??) stand. Wolfgang köpfte den Ball knapp neben der Torauslinie zwischen Niklin und einem weiteren Gelben hindurch aufs Tor. Dieter sah den Ball so zu spät und konnte ihn nur noch ins eigene Tor klatschen, es stand 4 : 1.

Bald darauf fiel das 5 : 1 und auch dieses Spiel endete so mit einem klaren und verdienten Sieg der Orangenen. Nach der Pause wollten es die Gelben, bei denen nun wieder Niklin im Tor stand, dann aber wissen und wenigstens dieses letzte Spiel gewinnen. Und siehe da, sie konnten dieses Vorhaben gut umsetzen.

Gleich bei einem ihrer ersten Angriffe gab es Ecke für die Gelben. Achim zirkelte die Ecke auf den zweiten Pfosten, wo Carmelo frei stand. Carmelo köpfte den Ball in die Mitte auf Tom, der mit dem Rücken zum Tor stand. Mit der Hacke wollte er Wolfgang im Tor überwinden, aber Wolfgang konnte abwehren. Allerdings fiel der Ball Tom wieder vor die Füße und im zweiten Versuch versenkte Tom den Ball zur 1 : 0 Führung der Gelben. Ihre erste Führung heute (aber auch die letzte).

Niklin plädierte lautstark für ein Ende dieses Spiels, damit die Gelben auch mal etwas zu gewinnen hatten, aber darauf ging niemand ein. So ging das Spiel weiter und Niklin bekam einiges zu halten. Und das machte er sehr gut, sodass sich Niklin zu der riskanten Aussage hinreißen ließ: Die Orangenen schießen heute kein Tor mehr. Frei nach Jandl: Werch ein Illtum !!!

Denn die Orangenen griffen munter weiter an auch wenn die Gelben mutig dagegen hielten und auch ihrerseits öfters gefährlich in der orangenen Hälfte auftauchten. Aber sie richteten dort erst einmal wenig Schaden an.

Ganz im Gegensatz zu den Orangenen. Der Ball wurde nach links gespielt, wo Klaus angerauscht kam, den Ball aufnahm, noch ein paar Schritte lief und dann aus der Drehung schoss. Niklin ahnte die Ecke, kam aber zu spät und von seinem Knie prallte der Ball zum 1 : 1 Ausgleich ins Netz.

Die Orangenen blieben weiter am Drücker und setzten die Gelben immer wieder unter Druck. Wolfgang kam frei zum Schuss und schon lagen die Orangenen mit 2 : 1 in Führung. Aber diesmal schlugen die Gelben erfolgreich zurück. Carmelo wurde schön angespielt und schon hieß es 2 : 2.

Inzwischen war Gernot mit seinem Radl gekommen, den ein am Mittwoch verletzter Daumen am heutigen Mitspielen gehindert hat. Aber er wollte sich nicht entgehen lassen, uns bei unserem Schneewalzer zuzusehen. Aber er bekam nur einen sehr einseitigen Schneewalzer zu sehen, denn ab nun spielten eigentlich nur noch die Orangenen guten Fußball. Denn bis auf einen Pfostenschuss von Carmelo zeigten die Gelben nichts aufregendes mehr.

Angriff auf Angriff rollte auf Niklins Tor zu und er konnte zusammen mit seiner Abwehr einige erfolgreich abwehren, aber halt nicht alle. So kam Wolfgang zur 3 : 2 Führung, ehe Martin links freigespielt wurde. Martin nahm den Ball und lief auf das gelbe Tor zu. Niklin kam aus seinem Tor heraus und Martin schob den Ball überlegt an ihm vorbei am langen Pfosten ins Netz zum 4 : 2.

Das 5 : 2 gelang dann Pellegrino (??) und so beendeten wir unsere heutigen Spiel mit vier überlegenen und verdienten Siegen der in Unterzahl (!!!) spielenden Orangenen. In der Nachbetrachtung kamen dann Achim und Pellegrino zu der Erkenntnis, dass den Orangenen heute alles gelang und den Gelben – fast – nicht. Was die einen an Glück hatten, hatten die anderen an Pech. Zudem waren die Orangenen ob ihrer Unterzahl motivierter, während die Gelben den entscheidenden Schritt meistens nicht machten.

Trotzdem waren zum Schluss alle irgendwie zufrieden, auch wenn es Stimmen gab, den Bericht heute doch bitte ausfallen zu lassen. Nun, dieser Bitte ist die VEB-Chronicle Redaktion nicht nachgekommen.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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