Besser als Wertstoffhof

05.08.2017 12:30 von Chronicle Redakteur Martin

5. August

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Besser als Wertstoffhof

Dieses Urteil umschreibt noch sehr wohlwollend die Spielweise der Gelben heute. Obwohl in Überzahl kam kaum ein vernünftiges Spiel zustande und so blieb den Gelben zum Schluss nur noch die betrübliche Erkenntnis, dass das Spielen heute immerhin besser war als auf den Wertstoffhof zu gehen. Zudem erfanden wir heute eine neue Regel. In Anlehnung an die alte Bolz-Regel „ Drei Ecken ein Elfer“ kreierten wir die Regel „Drei Mal Hand ein Elfer“.

Bei wieder hochsommerlichen Temperaturen trafen sich heute beim ersten Ferienwochenende immerhin 13 VEB’ler zu ihrem Kick. Zuerst bekam Jörg sein Geburtstagsgeschenk überreicht, ein nagelneues Braunschweig Trikot mit einem unseres Kapitäns würdigen Schriftzug. Achim verteilte dann die Leibchen und so ging es mit 6 Gelben gegen 5 Orangene los.

Die Gelben mit Wolfgang im Tor, Martin Niklin, Ali und Frank in der Abwehr und davor mit Clemens, Mike und Jörg verschliefen den Anpfiff komplett. Die Orangenen hingegen mit Gernot im Tor, hinten mit Robert und Mäthes und davor mit Martin, dem Flieger, Achim und Carmelo waren von Anfang an hell wach.

Die Orangenen hatten Anstoß, was die Gelben aber nicht sehr ernst nahmen. Ein Teil der Gelben quatsche noch herum und Wolfgang im Tor schminkte sich noch (d.h. er zog noch seine Torwarthandschuhe an). So hatten die Orangenen freie Bahn, der Ball kam nach vorne zu Carmelo und der haute den Ball zum 1 : 0 ins Netz. Dieser Anfang war ganz typisch für die Spiele heute.

Die Orangenen waren hellwach, konzentriert und vorallem technisch überlegen. Die Gelben wurden durch das Tor zwar wachgerüttelt, fanden aber trotzdem nicht zu ihrem Spiel. Es gab zu viele Fehlpässe, Missverständnisse und Abstimmungsprobleme. So hing Jörg vorne ziemlich in der Luft, da kaum ein Ball zu ihm nach vorne kam.

Die Orangenen setzten die Gelben schon in deren Strafraum unter Druck, und so brachten die Gelben trotz Überzahl kaum einen vernünftigen Spielaufbau zustande. Ali spielte als Abwehrchef aus der Mitte heraus einen Fehlpass, die Orangenen kamen leicht an den Ball, ein gelungener Pass auf Achim und es stand früh 2 : 0 für die Orangenen.

Erst ganz langsam fanden die Gelben zu ihrem Spiel. Langsam kamen die Pässe an und so konnten die Gelben den Ball öfters nach vorne bringen. Mike bekam vor dem Strafraum den Ball, zog quer zum Strafraum davon, eine schnelle Drehung gegen die Laufrichtung, ein harter, platzierter Schuss und schon schlug der Ball neben dem langen Pfosten zum 1 : 2 ein.

Am Spiel selber änderte dies wenig, die Orangenen waren ballsicherer, beweglicher und flexibler. Immer wieder wurde Carmelo und/oder Achim vorne steil geschickt und gegen deren Rochaden fand die gelbe Abwehr selten ein Mittel. Wieder wurde Carmelo steil geschickt und schon stand es 3 : 1 für die Orangenen.

Die Gelben taten sich weiterhin schwer mit ihrem Spielaufbau, die Fehlerquote blieb konstant im oberen Bereich. Trotzdem gelangen ihnen immer wieder gefährliche Spielzüge. Mike schickte Clemens steil, Clemens nahm den Ball mit und haute ihn mit Glück an Gernot vorbei zum 2 : 3 Anschlußtreffer.

Der ruhende Pol bei den Gelben war vorne Jörg. Seit er siebzig ist, wird er immer gefährlicher. Er war immer anspielbar, hatte Übersicht und die Ruhe weg. Nur dass die Gelben ihn viel zu wenig anspielten. Wenn sie das aber mal taten, wurde es gleich gefährlich. Jörg bekam links den Ball zugespielt, nahm den Ball mit rechts an, drehte sich, legte sich den Ball auf den linken Fuß und ließ damit Gernot ins Leere laufen. Dann schob er den Ball seelenruhig und überlegt neben dem Pfosten zum 3 : 3 ins Netz.

Danach erfanden wir die Regel „Drei Mal ein Elfermeter“. Clemens wehrte im gelben Strafraum einen Schuss von Martin (??) mit der Hand ab, indem er sich drehte und den Ball an die nicht ganz angelegte Hand bekam. Normalerweise ein klarer Elfer, aber wir spielten weiter. Auch als kurze Zeit später Niklin einen Ball an den Ellbogen bekam (man könnte auch sagen: mit dem Ellbogen abgelenkt hat), gab es keinen Elfer. Es waren ja erst zwei Handspiele und noch keine drei. Da es aber nie zum dritten Handspiel kam, gab es für die Orangenen heute keinen Handelfer.

Diese neue Regel leitete die beste Phase der Gelben heute ein. Plötzlich lief der Ball wie am Schnürchen, die (meisten) Pässe kamen an und so konnten die Gelben Dank ihrer Überzahl die Orangenen gehörig unter Druck setzen. Mike (??) gelang die 4 : 3 Führung und kurz danach gelang den Gelben das Tor zum etwas schmeichelhaften 5 : 3 Sieg.

Wechsel-Diskussionen in der Pause wurden sofort unterbunden und so ging es nach kurzer Pause unverändert weiter. Inzwischen war Niklin statt Wolfgang im gelben Tor und er erlebte das gleiche Desaster wie Wolfgang. Denn das zweite Spiel begann genau wie das erste Spiel.

Niklin hatte zwar schon seine Handschuhe an, darauf hatten die Orangenen diesmal gewartet, aber nach dem ersten orangenen Angriff lag der Ball im gelben Tor. Die Orangenen hatten Anstoß und obwohl die Gelben diesmal wach waren, hatten sie keine Chance. Über links kam der orangene Angriff,, der Ball wurde dann über die Mitte von Carmelo auf die rechte Seite zu Mäthes gespielt. Mäthes war völlig ungedeckt, hatte alle Zeit der Welt und nutzte sie. Mäthes stoppte den Ball, legte ihn sich auf den linken Fuß und zog platziert ab. Niklin sah dem wie alle anderen Gelben tatenlos zu und so schlug der Ball hart neben dem Pfosten zum 1 : 0 der Orangenen ein.

Und die Orangenen blieben überlegen. Die Gelben kamen überhaupt nicht ins Spiel, die Orangenen attackierten früh und erfolgreich und so produzierten die Gelben schon in der eigenen Abwehr Panikpässe. Einige davon kamen an, viele davon aber nicht. So kam kaum ein vernünftiger gelber Angriff zustande und Jörg verhungerte vorne vollends.

Ganz anders die Orangenen. Bei denen lief der Ball wie am Schnürchen, sie waren sehr ballsicher, auch in Bedrängnis und so hatten sie viel mehr Chancen als die Gelben. Achim wurde rechts angespielt und erspähte die kleine Lücke zwischen Niklins Fuß und dem Pfosten. Und genau in diese Lücke haute Achim den Ball zur 2 : 0 Führung der Orangenen.

Den Gelben blieben da nur zufällige Angriffe, auch wenn Ali sich bei seinem Pass auf Frank heftig gegen diese Beurteilung durch Mike wehrte. Ali haute den Ball in Bedrängnis nach vorne auf die rechte Seite. Frank lief in den freien Raum, schnappte sich den Ball, lief bis knapp vor die Torauslinie um dann den Ball exakt quer auf den zweiten Pfosten zu spielen. Dort war Jörg mitgelaufen, nahm den Ball in aller Ruhe an und setzte ihn neben den Pfosten zum 1 : 2 ins Netz.

Jörg wird im Alter immer besser, der Sprung über die Siebzig hat sein Leistungsniveau nochmals angehoben und wir sind alle gespannt, wohin sich das Niveau noch entwickelt. Die Gelben konnten von diesem Niveau leider selten profitieren, dazu setzten sie Jörg viel zu wenig in Szene.

Das konnte man von den Orangenen wahrlich nicht behaupten. Achim und vorallem Carmelo wurden wieder und wieder angespielt, wegen ihrer Beweglichkeit waren die beiden von der gelben Abwehr nie unter Kontrolle zu bringen. Carmelo wurde rechts angespielt, zog an Ali vorbei nach innen und holte aus. Niklin erwartete einen Schuss und machte das kurze Eck zu. Aber Carmelo hatte die Übersicht und passte auf den zweiten Pfosten, wo Martin mitgelaufen war und den Ball ohne Mühe ins leere Tor zum 3 : 1 schob.

Die Orangenen blieben klar überlegen, die Gelben hatten kaum noch Chancen und wenn, dann wurden sie kläglich vergeben indem die Schüsse weit am Tor vorbei oder hoch über’s Tor gingen. Da machten es die Orangenen wesentlich besser. Mäthes war mit nach vorne gekommen und verwickelte sich in einen Zweikampf mit Frank (??). Mäthes gab den Ball zurück auf Martin, blieb dann aber liegen und hielt sich den Fuß. Martin leitete den Ball weiter auf die linke Seite zu Achim, als Niklin im Tor wegen Mäthes STOPP brüllte. Für Achim kam der Ruf zu spät, der hatte schon ausgeholt und haute den Ball ins entfernte Eck zur 4 : 1 Führung. Auch ohne den Stopp hätten die Gelben diesen Treffer nicht verhindert und so ließen wir ihn gelten, es stand 4 . 1 für die Orangenen.

Danach ging Wolfgang wieder ins gelbe Tor, er hatte sich leicht gezerrt und Niklin kam zurück auf’s Feld. Und Wolfgang musste gleich richtig ran, als er einen harten Schuss gerade noch um den Pfosten drehen konnte. Aber gegen das hoch verdiente 5 : 1 der Orangenen war auch Wolfgang machtlos.

So ging es in die zweite Pause und das es erst 9.15 Uhr war und wir laut offizieller Zeitnahme durch Achim erst eine Stunde und 3 Minuten gespielt hatten, war klar, es gab noch ein drittes Spiel.

Und dieses dritte Spiel begann wie die beiden vorherigen. Der erste Angriff der Orangenen, ein schneller, steiler Pass nach vorne auf Carmelo und der haute den Ball zwischen Wolfgangs Füßen und dem kurzen Pfosten ins Netz. Schon zum dritten Mal heute führten die Orangenen nach ihrem ersten Angriff 1 : 0.

Dieses frühe Tor gab den Orangenen Auftrieb und sie machten da weiter, wo sie im zweiten Spiel aufgehört hatten. Sie setzten die Gelben früh unter Druck, erzwangen so Fehlpässe und demotivierten die Gelben damit.

Und dann begannen die Gelben auch noch, den Orangenen Tore zu schenken, obwohl dies heute nun wahrlich nicht notwendig gewesen wäre. Beim 2 : 0 reagierte Wolfgang sehr langsam und ließ einen eigentlich harmlosen Ball knapp neben seinem Fuß ins Netz gleiten.

Die Gelben kamen nur sporadisch vor Gernots Tor, der Druck der immer noch in Unterzahl spielenden Orangenen war zu groß. Zudem unterliefen den Gelben auch dadurch, aber bestimmt nicht nur dadurch, immer wieder zum Teil haarsträubende Fehlpässe und Stockfehler. Trotzdem schaffte es Mike mit einer energischen Einzelaktion den Ball zum 1 : 2 im Netz zu versenken.

Aber auch dieses Tor änderte wenig am Spielverlauf. Wolfgang sorgte dann mit einer sehr kuriosen Slapstick-Einlage, deren genauen Hergang der Chronist vorsorglich gleich wieder vergessen hat, für das 3 : 1 der Orangenen. Das trug nicht zur Motivation der Gelben bei, besonders Mike wurde zunehmend frustrierter und unterhielt sich lieber mit Gernot, anstatt weiter mit den Gelben Fußball zu spielen. In dieser Phase wurde auch der Slogan des heutigen gelben Spiels geboren: „besser als auf den Wertstoffhof gehen“

Damit stockte das gelbe Spiel noch mehr. Trotzdem gelangen ihnen der eine oder andere Angriff, von denen einer bei Jörg landete. In seiner typischen Ruhe nahm Jörg den Ball und versenkte ihn überlegt ins lange Eck zum 2 : 3 Anschlusstreffer.

Die Orangenen hingegen hatten immer wieder Chancen. Beinahe im Minutentakt tauchten sie im gelben Strafraum auf und sorgten dort für zum Teil heillose Verwirrung. Hätten sie etwas kontrollierter ihre viele Chancen genutzt und/oder etwas präziser den letzten Pass gespielt, auch dieses Spiel wäre schnell mit 5 : 1 zu Ende gewesen.

So aber benötigten sie wieder eine Slapstick Einlage der Gelben, um zum 4 : 2 zu kommen. Mäthes donnerte einen hohen Ball in Richtung gelbes Tor. Wolfgang kam aus seinem Tor heraus, um den Ball abzufangen, aber er boxte ins Leere. So sprang der Ball unverhofft Ali in die Füße. Ali wollte den Ball einen Meter vor dem Tor wegschlagen, traf in Bedrängung von Carmelo aber den Ball nicht richtig. So sprang der Ball in den Lauf von Carmelo, der den Ball dann nur noch ins leere Tor schieben musste.

Das war dann wohl der Anlass, dass Mike ins gelbe Spiel zurück kehrte und sich wieder aktiv einbrachte. Und sofort wurden die Gelben etwas gefährlicher. Mike wurde vorne angespielt und donnerte den Ball endlich mal wieder ins Tor anstatt wie bei seinen vorherigen Versuchen weit am Tor vorbei. Es stand nur noch 3 : 4.

Die Orangenen hätten leicht dieses Spiel beenden können, aber sie nutzten ihre Chancen nicht und die Gelben schenkten nun auch keine Tore mehr her. Ganz im Gegenteil, sie schossen selber welche. Mike gelang es den Ball zum 4 : 4 zu versenken.

Kurzfristig war das Spiel wieder offen, aber bevor allzu große gelbe Hoffnung aufkam, machten die Orangenen endlich mal wieder ernst vor dem gelben Tor. Martin lief links durch und flankte kurz vor der Torauslinie hoch auf den zweiten Pfosten. Der Ball flog über Wolfgang‘s ausgestreckter Faust hinweg und senkte sich genau beim zweiten Pfosten. Dort war Carmelo mitgelaufen und erbrachte das Kunststück fertig, den Ball, der höchsten 50 Zentimeter vor der Torlinie herunter kam, mit dem Kopf zu verfehlen. So prallte der Ball an den Pfosten und von der genau vor den linken Fuß von Mäthes. So eine Chance ließ sich Mäthes nicht entgehen und haute den Ball aus kurzer Entfernung an Freund und Feind vorbei zum verdienten 5 : 4 Sieg der Orangenen.

Dieser Sieg bestätigte die Einschätzung der gelben Spiels heute (Besser als Wertstoffhof), denn besseres konnte man nun wirklich nicht sagen über das gelbe Spiel heute. Das hielt uns aber nicht davon ab, den Kick heute lachend und in Freude zu beenden.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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