Dürfen tun wir es schon, aber können wir es auch ???
06.04.2026 11:00 von Chronicle Redakteur Martin
6. April
Der VEB-Chronicle meldet:
Dürfen tun wir es schon, aber können wir es auch ???
Diese Frage stellte sich heute, als die in Unterzahl spielenden Gelben aus ihrer Hälfte heraus auf das blaue Tor schossen. Ja, die in Unterzahl spielende Mannschaft darf auch aus der eigenen Hälfte heraus auf das gegnerische Tor schießen. Die Frage ist nur, ob sie das auch können und damit Tor treffen. Konnten die Gelben nicht. Trotzdem haben wir ein SEHR intensives Spiel mit vielen Toren und noch mehr Höhepunkten erlebt.
Bei herrlichem Frühlingswetter trafen sich allen Unkenrufen zum Trotz 9 VEB’ler zu ihrem Ostermontag-Kick. Wenn Milad noch gekommen wäre anstatt zum Mountain-Biken zu gehen, wären wir sogar 10 Mann gewesen.
So beschlossen wir, im Strafraum auf die kleinen Tore zu spielen. Nach der einvernehmlichen Mannschaftseinteilung ging es dann im Strafraum mit 4 Gelben gegen 5 Blaue los.
Die Gelben mit Edi, Tom, Andreas und Frank hatten Anstoß und legten gleich richtig los. Die Blauen mit Dieter, Achim, Lucky, Flo und Mäthes waren davon etwas überrascht. Denn die Blauen noch nicht richtig wach.
Das zeigte sich beim ersten Ballbesitz der Blauen. Die spielten am Mittelkreis Lucky an, aber der schlief noch und war sehr erstaunt, dass er angespielt wurde und da ein Ball auf ihn zukam. Huch, was will denn der Ball da ???
Zudem begannen die Blauen mit einem wahren Fehlpass-Festival. Eröffnet wurde das Festival von Lucky und fortgesetzt durch Flo und allen anderen Blauen. Da machten es die Gelben viel besser, bei denen lief der Ball sehr gut und intelligent durch ihre Reihen und das bei Unterzahl.
So spielte sich am Anfang das Spiel hauptsächlich in der blauen Hälfte ab. Und die Gelben hatten bald die erste Chance, aber Frank traf nur den Pfosten. Und es sollten auf beiden Seiten noch sehr viele weitere Pfostentreffer folgen.
Dann endlich kamen die Blauen auch einmal aus ihrer Hälfte heraus und schon wurde es gefährlich. Achim wurde knapp vor der Mittellinie angespielt, lief ein paar Schritte über die Mittellinie und schoss dann sofort auf das verlassene gelbe Tor. Und Achim traf das Tor und die Blauen gingen sehr überraschend mit 1 : 0 in Führung.
Dass Achim das Tor traf, kam im weiteren Verlauf eher selten vor, denn Achim hatte SEHR viele Chancen und konnte nur wenige davon verwerten.
Am Spielverlauf änderte dieses Tor wenig, ganz im Gegenteil, die Gelben wurden immer besser. Das lag auch daran, dass die Blauen immer noch nicht richtig im Spiel drin waren, sie gingen mehr über den Platz als das sie liefen.
Die Gelben waren beweglicher und technisch sehr sicher. Als die Gelben einmal aus ihrer eigenen Hälfte heraus aufs blaue Tor schossen, kam kurz die Frage auf, ob die Gelben das überhaupt dürften (aus der eigenen Hälfte heraus ein Tor zu erzielen).
Ja, die in Unterzahl spielende Mannschaft darf auch aus der eigenen Hälfte heraus ein Tor erzielen. Die Frage, die dann Martin stellte war, ob die Gelben das auch können. Und der weitere Verlauf des Spiels zeigte, nein, sie konnten es nicht. Sie haben es aber auch nicht versucht.
So erspielten sich die Gelben weitere Chancen. Frank konnte hinten den Ball erobern und schickte Andreas steil. Die Blauen waren zu weit aufgerückt, sodass Andreas das leere Tor vor sich hatte und schon stand es 1 : 1.
Mit diesem Tor setzte eine kleine Torflut der Gelben ein. Wieder konnte Frank hinten den Ball erobern und rannte nach vorne. Andreas lief rechts mit und Frank passte den Ball hinaus zu Andreas.
Andreas lief noch ein bisschen und passte dann quer in die Mitte, wo Frank mitgelaufen war. Aber auch Lucky war mitgelaufen, bekam den Ball unglücklich an den Körper und drückte ihn so zur 2 : 1 Führung der Gelben ins Tor.
Und schon im nächsten Angriff erhöhten die Gelben auf 3 : 1. Edi wurde vorne angespielt und rannte los. Egal, welcher Blaue sich Edi in den Weg stellte, Edi umspielte sie alle und schoss den Ball zu guter Letzt ins Tor zur 3 : 1 Führung.
Drei Tore innerhalb drei Minuten, die Gelben hatten die Blauen regelrecht überrollt. Dann so gaaaaanz langsam kamen auch die Blauen endlich ins Spiel. Und damit begann auch der Leidensweg von Achim.
Achim wurde vorne angespielt und stand alleine vor Tom im Tor. Achim schoss, aber Tom konnte den Schuss abwehren. Der Ball kam zurück zu Achim, der wieder schoss. Wieder konnte Tom abwehren und das Ganze wiederholte sich ein drittes Mal.
Denn wieder konnte Tom Achims Schuss abwehren. Insgesamt ist Achim also dreimal an Tom gescheitert. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Tom im Tor die Blauen so zur Verzweiflung trieb.
Die Blauen zogen nun ihrerseits ein Powerplay auf und ließen die Gelben nicht mehr aus ihrer Hälfte heraus kommen. Endlich waren auch die Blauen ballsicher und ließen den Ball gekonnt durch ihre Reihen laufen.
Und nach dem Pech vorher durfte Achim auch mal wieder jubeln. Achim wurde angespielt und setzte zu einem Solo an. Kein Gelber konnte Achim stoppen, auch Tom zum Schluss nicht.
Aus der Drehung heraus konnte Achim den Anschlusstreffer zum 2 : 3 erzielen. Nach diesem Tor konnten sich die Gelben wieder aus der Umklammerung befreien. Achims Solo animierte wohl die Gelben, denn sie setzten nun ihrerseits dieses Instrument ein.
Zuerst startete Frank ein Solo und setzte sich zum Schluss auch gegen Achim durch. So konnte Frank den Ball ins leere Tor zur 4 : 2 Führung der Gelben schießen. Das Solo hat nun auch Andreas motiviert und auch er setzte zu einem Solo, an dessen Ende es 5 : 2 stand.
Die Gelben hatten also fünf Tore erzielt (es sollte deren letzte Tor für lange Zeit sein), die ersten wollten schon eine Pause machen, aber wir entschieden, bis zehn Tor weiter zu spielen. Eine eventuell nicht so gute Entscheidung, denn das zehnte Tor fiel heute nicht und so mussten wir durchspielen.
Trotzdem gab es eine kleine Pause, als Frank den Ball hoch über den Zaun ballerte. Obwohl Frank lief, um den Ball zu holen (und nicht gemächlich ging), blieb den anderen einige Zeit, sich kurz zu erholen.
Nach dieser kurzen Pause starteten die Blauen einen sehr erfolgsversprechenden Konter. Die Blauen hatten Überzahl und Achim trieb rechts den Ball voran. In der Mitte lief Flo mit und beide rannten, bedrängt von Tom, auf das leere blaue Tor zu.
Achim schoss selber anstatt den Ball quer zu Flo zu passen, der den Ball dann „nur“ noch ins leere Tore hätte schieben müssen. Aber Achims Schuss misslang und der Ball ging knapp neben dem Pfosten ins Aus: Grrrrrhhhhh !!!
Tom meinte dazu nur, dass Achim wohl Frust aufbauen müsse. Und Tom blieb im Mittelpunkt des Geschehens. Als nächstes übernahm Tom die Rolle des Terminators. Erst donnerte Tom Dieter der Ball in den Rücken. Und als Tom wieder am Ball war, war Achim dran, der den Ball von Tom in den Unterleib gedonnert bekam.
Tom legte diese Rolle dann zum Glück schnell wieder ab und wurde, wie schon zuvor, zum unüberwindlichen Bollwerk im gelben Tor. Egal, welcher Blaue aus welcher Situation heraus auch schoss, Tom war unüberwindlich und brachte die Blauen zur Verzweiflung.
Das Spiel war nun sehr schnell und es ging überaus flott hin und her und her und hin. Dadurch wurde das Spiel sehr laufintensiv und damit auch sehr anstrengend. Achim hatte dann endlich die Gelegenheit, seinen Frust wieder abzubauen.
Die Blauen konnten hinten den Ball erobern und schickten Achim steil. Achim rannte über die Mittellinie und Tom kam aus seinem Tor heraus. Diesmal fand Achim die richtige Lösung und lupfte den Ball an Tom vorbei zum 3 : 5 ins Tor.
Achim hat damit alle drei Tore der Blauen bisher erzielt und somit einen Hattrick geschafft !!! Das Tor gab den Blauen Auftrieb und den Gelben gingen so ganz langsam die Kräfte aus. Das sehr intensive Spiel im Strafraum hat doch viel Kraft gekostet.
Edi wollte das gelbe Spiel aufbauen und Mäthes griff ihn an. Mäthes konnte den Ball erobern und haute ihn sofort aus großer Entfernung zum 4 : 5 Anschlusstreffer ins verlassene gelbe Tor. Die Blauen wurden nun immer besser und besonders Achim nervte die Gelben eins ums andere Mal, denn Achim presste nun sehr früh und sehr intensiv.
Trotz seiner drei Tore war der Frustlevel bei Achim weiterhin hoch, denn kurz nach Mäthes Tor hatte Achim wieder eine große Chance, traf aber wieder einmal nur den Pfosten. Das Spiel wurde nun wieder ausgeglichen und es gab viele Chancen auf beiden Seiten.
Eine davon hatte Edi, als er einen Meter vor dem gelben Tor angespielt wurde, aber das Kunststück fertig brachte, den Ball trotzdem am Tor vorbei zu schießen. Und die Blauen verzweifelten weiter an Tom.
Da kam der perfide Gedanke von Achim auf, der besagte, dass die Gelben kein Tor mehr geschossen haben, seitdem Tom im gelben Tor steht. Die logische Konsequenz ist also: Tom, ab nach vorne !!!
Den Gefallen tat Tom den Blauen aber nicht und verhinderte so weiter eine blaue Chance nach der anderen. So blieb das Spiel lange torlos, obwohl es weiterhin sehr intensiv war. Und dann war es ausgerechnet Tom, der die Torflaute zu beseitigen half.
Tom wollte von hinten das gelbe Spiel aufbauen, aber sein Pass misslang und der Ball landete in den Füßen von Lucky. Lucky hatte das leere gelbe Tor vor sich und traf es mit einem präzisen Fernschuss. Es stand 5 : 5.
Achim entwickelte sich immer mehr zum Tausendsassa auf dem Feld. Entweder Achim presste vorne, indem er dort hin und her rannte, oder Achim half hinten aus, indem er dort hin und her rannte. Achim war unermüdlich.
Ganz im Gegensatz zu den Gelben, die allmählich immer müder wurden. Trotzdem hatten auch die Gelben noch ihre Chancen. Andreas wurde steil geschickt und hatte das leere blaue Tor vor sich.
Andreas schoss, aber im letzten Augenblick kam doch noch Mäthes angerannt und konnte den Ball ins Aus hauen. Auf der anderen Seite verfehlte Achim mal wieder das leere gelbe Tor, Grrrrhhhh !!
So schritt die Zeit voran, inzwischen war es 9 Uhr, wir hatten also schon eine Stunde praktisch ohne Pause durchgespielt. Und ein Ende (zehn Tore) war nicht in Sicht. Die Gelben wurden immer müder und Achim hatte die nächste RIESEN Chance.
Wieder hatte Achim das leere gelbe Tor vor sich und diesmal viel Zeit, aber wieder schoss Achim am Tor vorbei. Es sah so aus, als wollten die Blauen einfach nicht in Führung gehen. Aber auch die Gelben konnten ihre wenigen Chancen nicht nutzen.
Nach einem tollen gelben Angriff kam Frank vor dem blauen Tor zum Schuss, aber sein Schuss landete wieder nur am Pfosten. Und dann endlich, endlich, fiel wieder ein Tor.
Edi setzte zu einem tollen Solo an, sah Frank in die entscheidende Lücke laufen und passte den Ball in den Lauf von Frank. Frank hatte das leere blaue Tor vor sich und im Gegensatz zu Achim vorher gelang es Frank, den Ball ins leere Tor zu schießen zur 6 : 5 Führung der Blauen.
Mit diesem Tor war auch diese Torflaute beendet, was die Blauen umgehend nutzten. Mäthes wurde links vor der Mittellinie angespielt und sein präziser Fernschuss landete zum 6 : 6 im Tor.
Dieses Tor gab Mäthes Auftrieb, denn kurze Zeit später setzte auch Mäthes zu einem Solo an. Kein Gelber konnte Mäthes stoppen und wieder schoss Mäthes aus ziemlicher Entfernung den Ball zur 7 : 6 Führung ins Netz.
Dieter jubelte über die seiner Meinung nach erste Führung der Blauen. Aber Dieter wie wahrscheinlich auch alle anderen hatte vergessen, dass Achim ganz zu Beginn des Spiels die Blauen mit 1 : 0 in Führung geschossen hatte.
Aber seit sehr, sehr langer Zeit war es wirklich die erste blaue Führung. Aber kaum war diese Führung gefallen, hatte Frank den Ausgleich auf dem Fuß. Frank hatte das leere blaue Tor vor sich und schoss. Aber Achim konnte im letzten Moment dazwischen gehen und den Ball abwehren.
Die Kräfte schwanden nun auf beiden Seiten, Andreas lag platt auf dem Platz und brauchte ein Sauerstoffzelt. Das Spiel wurde dadurch ziemlich verfahren und müde. Nach seiner kleinen Pause war Andreas aber so erholt, dass er wieder rennen konnte.
Die Gelben eroberten hinten den Ball und schickten den wieder auferstandenen Andreas steil. Andreas rannte auf das leere gelbe Tor zu und erzielte den 7 : 7 Ausgleich. Nachdem die Zeit ziemlich fortgeschritten war und alle ziemlich platt war, rief Andreas das golden Goal aus. Das nächste Tor also musste dieses Spiel entscheiden.
Die Blauen drehten nun nochmals richtig auf und wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Achim hatte dazu zwei sehr gute Gelegenheiten. Bei der ersten traf er von rechts kommend aus spitzem Winkel nur den Innenpfosten und der Ball flog die Torlinie entlang. Tom gelang es irgendwie, den Ball noch wegzuhauen.
Bei der nächsten Gelegenheit war Achim alleine vor Andreas im Tor, konnte Andreas aber nicht überwinden. Um 9:30 musste Mäthes dann wie angekündigt pünktlich Schluss machen und nach Hause.
Es kam kurz die Diskussion auf, ob wir mit 4 gegen 4 weiter spielen sollten, aber die Diskussion wurde schnell beendet, indem Andreas eines der Tor zurück auf ihren Platz schob.
So beendeten wir diesen eigentlich unvollendeten Kick heute und gingen zu den Bänken zurück. Zwei Spiele innerhalb von zwei Tagen und zumal soll ein enorm anstrengender Kick hat schon Spuren hinterlassen.
Die Idee, in diesem Rhythmus weiter zu spielen, fand nur ironischen Anklang:
„Morgen (Dienstag) können wir ja in der Halle spielen und am Mittwoch wieder draußen“.
Dazu hat sich dann doch keiner gemeldet und so gingen wir sehr zufrieden, aber auch total geschafft nach Hause.
Hier die Bildergalerie dazu