Der Tiefpunkt als Höhepunkt

28.05.2022 14:00 von Chronicle Redakteur Martin

28. Mai

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

Der Tiefpunkt als Höhepunkt

Das war heute ein absoluter Tiefpunkt für einen Samstag. Nur 6 (SECHS !!!) VEB’ler kamen zu ihrem Kick, so wenig waren wir an einem (normalen) Samstag nach Wissen der VEB-Redaktion noch nie. Trotz allem deshalb aufkommenden Frust hat keiner sein Kommen bereut, denn der Kick war voller Höhepunkte. Hier nur die wichtigsten drei: Wolfgang mit neuem Spitznamen: Pestbeule, die neue Rolle der (Voll)Pfosten und die drei Endekriterien für einen Kick.

Bei herrlichem, immer besser werdenden Wetter trafen sich heute nur 6 VEB’ler zu ihrem Kick. Thomas in Zivil war auch gekommen (großes Lob für dieses Engagement !!!), sein Knie ist immer noch nicht einsatzbereit für einen Kick. Aber er ist gekommen !!!.

Die Anwesenden waren sehr erstaunt über die geringe Anzahl und Wolfgang war richtig sauer darüber. Er ließ berechtigterweise mächtig Dampf ab, hat dann aber, wie alle andere auch, den Kick sehr genossen. Wir spielten im Strafraum auf die kleinen Tore, der ursprünglich von Gerd vorgesehene Platz war uns dann doch zu klein (siehe Foto). So ging es mit 3 Gelben gegen 3 Blaue los.

Am Anfang war das Spiel noch sehr verhalten, wie mussten uns erst an den begrenzten Platz und die kleinen Tore gewöhnen. Die kleinen Tore waren wir ja schon vom Donnerstag her gewohnt, aber der Platz heute war nochmals um einiges kleiner.

Die Gelben mit Martin, Mäthes und Wolfgang hatten die Eingewöhnungsphase schneller abgeschlossen. Mäthes schnappte sich links den Ball und zog kurz hinter der Mittellinie kräftig ab. Der Ball flog unhaltbar ins Tor, es stand 1 : 0 für die Gelben.

Die Blauen mit Peter, Frank und Gerd brauchten noch eine ganze Weile bis sie zu ihrer Spielweise fanden. So blieben die Gelben leicht überlegen und kombinierten sich weiter erfolgreich durch die blaue Hälfte. Mäthes bediente Wolfgang, der Gerd im Tor keine Chance ließ, es stand 2 : 0 für die Gelben.

Die Blauen griffen zwar immer wieder an, aber richtig gefährlich wurden sie erst einmal nicht. Wieder eroberten die Gelben hinten den Ball und spielten ihn schnell nach vorne. Martin war zentral mitgelaufen, als ihn Wolfgang (??) von links bediente. Martin nahm den Ball volley und setzte ihn gegen die Laufrichtung von Gerd an ihm vorbei zum 3 : 0 ins Netz.

Jeder der Gelben hatte nun einmal getroffen, aber es sollte Martins letztes Tor heute sein, die restlichen gelben Tore schossen Mäthes und Wolfgang. Und es sollte die höchste Tordifferenz heute sein, denn das restliche Spiel war sehr ausgeglichen. Keine der Mannschaften konnte mehr als zwei Tore Differenz erspielen.

Nach diesem Tor kamen die Blauen endgültig ins Spiel und prompt wurden sie gefährlich. Frank wurde rechts frei gespielt und haute den Ball mit Wucht und Präzision ins Tor zum 1 : 3. Kurz danach verkürzte Frank auf 2 : 3, ehe Wolfgang wieder auf 4 . 2 erhöhte. Peter verkürzte dann auf 3 : 4 ehe Mäthes (??) wieder auf 5 : 3 erhöhte.

Dann drehten die Blauen endgültig auf und Frank und Peter begannen, die Gelben leicht schwindelig zu spielen. So konnten die Blauen das Spiel drehen und gingen mit 6 : 5 in Führung. Bei dieser knappen Eintore-Führung der Blauen blieb es lange, denn kaum legten die Blauen vor, zogen die Gelben nach.

Neben diesem Tor-Reigen gab es aber noch viele andere bemerkenswerte Dinge, über die zu berichten war. Die Kopfsache (Fußball wird (auch) durch den Kopf entschieden) beschäftigte uns auch heute. Diesmal erwischte es Wolfgang, und zwar zweimal, dass seine Beine schneller waren als sein Kopf. Wolfgang kam somit in Rückenlage und schoss hoch übers Tor anstatt flach hinein.

Gerd bemerkte dazu nur: „Wenn mir das passiert wäre, hätten es eine seitenlange Abhandlung im Bericht darüber gegeben, aber bei dir interessiert es ja kaum jemanden“. Als Entschuldigung in der anschließenden Diskussion brachte Wolfgang vor, dass ein Kopf halt so groß und schwer sein und deshalb leicht nach hinten falle.

Zudem probierten wir das Spiel an der Seitenlinie, wenn auch mit sehr mäßigem Erfolg. Gerd stand hinten an der Seitenlinie und wollte Peter, der vorne an der Seitenlinie stand, bedienen: Aber der Pass von Gerd landete im Aus, die Gelben hatten also Einwurf. Mäthes führte diesen aus und wollte Wolfgang, der vorne an der Seitenlinie stand, bedienen. Und wieder landete der Ball im Aus. Pässe die Seitenlinie entlang waren heute wahrlich nicht unsere Stärke.

Und dann lernten wir den Vollpfosten als Mitspieler kennen. Besonders die Gelben freuten sich riesig über diesen unverhofften Mitspieler, denn die Blauen schossen insgesamt sechs (!!!) Mal an den Pfosten, fünfmal an den linken und einmal an den rechten Pfosten.

Diesen Mitspieler haben die Gelben sehr begrüßt, zumal sich der Vollpfosten sogar einen tollen Assist verdient hatte. Peter lief auf Martin im gelben Tor zu und schoss hart. Der Ball klatschte an den Pfosten und sprang von dort weit und steil ins Feld zurück. Der Ball landete weit vorne vor den Füßen von Wolfgang, der den Ball aufnahm und aufs blaue Tor zu rannte. Niemand konnte Wolfgang stoppen und der haute den Ball ins Tor. Einen Pfosten als Vorlagengeber, das hatten wir beim VEB auf noch sehr selten erlebt !!!

Aber der Pfosten war nicht nur der Freund und Vorlagengeber für Wolfgang, sondern auch ein Frustelement, denn auch Wolfgang schaffte es, den Ball an den Pfosten anstatt ins Tor zu setzen. Der abprallende Ball fiel Peter vor die Füße, der den Ball sofort steil auf Frank spielte. Frank gelang es dann, den Ball ins Tor zu hauen. Der Vollpfosten hat somit immerhin einen halben Assist verdient.

Auch die Ecken bargen heute einige Gefahren, besonders für die ausführende Mannschaft. Wenn dann noch ein Blackout dazu kam, wurde es brandgefährlich. So entstanden einige Kontertore nach Ecken, als die abwehrende Mannschaft in Ballbesitz kam und einen tödlichen Konter setzen konnten.

Die kurioseste Ecke kam von Mäthes. Mäthes stand am Eckpunkt und wunderte sich schon, warum Frank denn so alleine und ungedeckt am Tor stand. Mäthes bediente Frank, der sofort einen tödlichen Konter einleitete. Erst da dämmerte es Mäthes, dass Frank als Blauer ja sein Gegner war und nicht sein Mitspieler. Shit happens !!!

Dank seines unermüdlichen und manchmal erfolgreichen Pressings vorne, besonders gegen Gerd, kam Wolfgang zu einem neuen Spitznamen. Gerd nannte ihn eine Pestbeule, denn dieser Virus machte auch dann noch weiter, wenn alle anderen Viren bereits aufgegeben haben. Nicht aber Wolfgang, die Pestbeule. Wolfgang nahm diesen Spitznamen mit Stolz entgegen.

So ging das Spiel weiter bis es dann 10 : 9 für Blauen stand. Der Gedanke an eine Trinkpause wurde sofort niedergebügelt, besonders Wolfgang wollte unbedingt gleich weiter spielen. Diese fehlende Pause forderte allerdings ihren Tribut, denn nun hingen wir doch öfters in der Seilen und japsten nach Luft.

Besonders Mäthes brauchte eine kleine Pause und plädierte für seine Gelben auf runterschalten. Wolfgang nahm sich dies zu Herzen, schnappte sich den Ball und lief auf das blaue Tor zu. Etwas vor dem Tor haute Wolfgang, leicht in Rückenlage, mächtig drauf und der Ball flog hoch und insbesondere weit am Tor vorbei.

So kam Mäthes zu seiner Pause und Wolfgang zu der Erkenntnis: wenn der Ball flach gekommen wäre, wäre er drin gewesen. Da war sich Gerd im Tor nicht so sicher, aber keiner der Beiden konnte seine Theorie beweisen.

Nach einer Stunde Spielzeit stellte Wolfgang fest, dass er in dieser Stunde schon mehr gelaufen war als am Donnerstag in den 1 ¼ Stunden Spielzeit. Das Spiel war weiterhin sehr knapp und inzwischen hatten beide Mannschaften erkannt, dass eine kompakte Verteidigung ein sehr probates Mittel war. Für die angreifende Mannschaft wurde es so ziemlich schwer, denn sie durfte auf keinen Fall den Ball vorne verlieren.

Denn jeder Ballverslust vorne hatte eine Überzahlkonter zur Folge, der meistens erfolgreich endete. Aber nicht jeder Konter endete mit einem Tor. Besonders die Blauen litten, wie oben schon erwähnt, unter dem gelben Vollpfosten. Aber auch Wolfgang konnte nicht jeden Konter erfolgreich abschließen.

Zweimal befand sich Wolfgang in einem Laufduell aufs leere blaue Tor zu. Aber beide Male schoss Wolfgang, auch Dank der Bedrängung durch Peter bzw. Frank, am leeren blauen Tor vorbei. Aber Wolfgang war auch zweimal erfolgreich bei solchen Laufduellen.

Und auch Gerd durfte heute (mindestens) ein Tor schießen. Frank mit seinen langen Beinen, die an die Teleskopbeine von Klaus erinnerten, fischte sich so manchen Pass der Gelben. So auch diesmal. Frank schlug den Ball sofort weit nach vorne, wo Gerd mit 9,8 Metern ganz knapp gerade NICHT im Abseits stand (Gernots Abseitsregel lautet: erst ab 10 Meter ist Abseits).

Gerd war sich da nicht so sicher, stoppte den Ball und fragte, ob alles OK sei. Alles war OK und so durfte Gerd den Ball ins leere Tor schieben. An weitere Tore von Gerd kann sich der Chronist nicht erinnern, was aber nichts heißen soll.

Mäthes dagegen gelang ein Gewalttor, als er über links kommend aufs blaue Tor zulief. Peter stand da gerade im blauen Tor und Mäthes holte mächtig mit seinem linken Hammer aus. Peter duckte sich und machte sich ganz klein ob des zu erwartenden Gewaltschusses. Und das war gut so, denn der Ball schlug mit ungeheurer Wucht neben Peter im Tor ein.

Solch ein Wegducken wie von Peter hätte sich Martin auch gerne von Gerd gewünscht, wenn Martin vor Gerd aufgetaucht ist und aufs Tor geschossen hat. Aber Gerd hat sich da immer größer und mächtiger gemacht, was Gerd ja angesichts seines Körpers auch nicht schwer gefallen ist. So konnte Martin Gerd nur ein einziges Mal überwinden.

So langsam neigte sich das Spiel dem Ende entgegen. Wolfgang schaute auf seine Uhr und meinte, er müsse noch 600 Meter laufen, um die 6 km voll zukriegen. Peter fehlten noch 700 Meter. Martin meinte dazu nur, schieß lieber sechs Tore anstatt 600 Meter zu laufen. Auch Frank schaute auf die Uhr und meinte, es seien noch 9 Minuten zu spielen.

So ging das Spiel weiter, bis es 14 : 13 für die Blauen stand. Mäthes gelang es dann, hinten den Ball zu erobern. Mäthes sah Wolfgang in den freien Raum starten und bediente ihn mustergültig. Wolfgang nahm den Ball auf und schob ihn ins leere Tor zum 14 : 14 Ausgleich.

Das Golden Goal musste also entscheiden. Die Blauen hatten Anstoß und griffen über rechts an. Martin gelang es, den Blauen den Ball abzunehmen und passte ihn schnell quer auf Mäthes. Mäthes sah wieder Wolfgang in den freien Raum starten und bediente ihn mustergültig. Wieder schnappte sich Wolfgang den Ball und schoss ihn ins leere Tor zum 15 : 14 Sieg der Gelben.

Damit hatten wir alle drei aufgestellten Endekriterien erfüllt !!! Wolfgang hatte seine 6,1 km gelaufen (Peter lief seine fehlenden 200 Meter beim Auslaufen nach dem Spiel), es war 9:30 Uhr und das golden Goal ist gefallen und hat das Spiel entschieden.

Wir VEB’ler sind schon genial, keine noch so komplizierte Anforderung ist zu schwer für uns als dass wir sie nicht erfüllen können. Jetzt müssen nur wieder mehr VEB’ler zu den Kicks kommen, dann ist die Welt in Ordnung. Den Anwesenden hat der Kick auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

Und das alles ohne jede Pause !!! Erst nach dem Kick duften wir endlich etwas trinken, was wir bitter nötig hatten und es voll genossen. Besonders Gerd hat sich sehr gefreut, dass er nun wieder ohne körperliche Probleme kicken kann. Klar, er ist fertig und so aber nichts zwickt, zerrt oder tut sonst wie weh. Was für ein herrliches Gefühl und wir alle freuen uns, dass Gerd wieder mitkickt. Peter schoss noch eine Selfie und so konnten wir sehr befriedigt nach Hause gehen.

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 



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