Die Einzelmännchen müssen weiter warten

18.04.2020 15:15 von Chronicle Redakteur Martin

18. April

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

Die Einzelmännchen müssen weiter warten

Wir schreiben die Woche 5 n. Cov und immer noch ruht der Spielbetrieb. Der Covid19 Virus isoliert uns weiterhin und macht aus uns VEB’ler Einzelmännchen. Und wir als VEB-Einzelmännchen sehnen uns weiterhin nach der VEB-Gemeinschaft und nach rasanten Fußballspielen. Damit wir nicht vergessen, wie schön VEB-Spiele sein können, hat es sich die VEB-Chronicle Redaktion zur Aufgabe gemacht, Euch in dieser spiellosen Zeit weiterhin mit Berichten über, wenn auch Geisterspiele zu versorgen. Hier der nächste Bericht

Wie fühlen sich Geister eigentlich bei ihren Geisterspielen ??? Und wann spielen Geister eigentlich Fußball ??? Intuitiv tippt die VEB-Chronicle Redaktion auf Mitternacht, aber gesichert ist das nicht.

Überhaupt haben es die Geister mit ihren Spielen schwer. Keiner nimmt Notiz davon, keiner weiß genau, ob sie überhaupt spielen und wenn ja, wann. Es gibt keine Zuschauer und vor allem, keiner berichtet über ihre Spiele !!! Da haben wir VEB’ler es schon deutlich besser. Wir wissen –meistens jedenfalls - wo (auf welchem Platz) und wann wir spielen. Und berichtet wird über die Spiele meistens auch.

Und nun plötzlich in der Corona-Krise stehen die Geister mit ihren Spielen im Mittelpunkt des Interesses. Plötzlich wissen gewisse Leute, wann und wo sie spielen und es erscheinen sogar Berichte über diese Spiele. Laut SZ dieser Woche essen Geister zwar keine Wurst, aber für Geister-Berichte sind sie allemal gut.

Und das hat sich herumgesprochen in der Geister-Fußball-Community. Denn angesichts der Chance, in einem angesehenen Blatt der (lokalen) Fußballwelt erwähnt zu werden, kommen die Geister in Scharen zu ihrem Kick. Auch Geister, die man SEHR  lange nicht gesichtet hat, sind wieder anwesend. Zudem befürchten die Geister, dass es mit der Aufmerksamkeit auch mal wieder vorbei sein  könnte, wenn die VEB’ler mal wieder kicken dürfen.

Diese Motivation hat heute bei herrlichem, für die Jahreszeit zu warmem Wetter für einen wahren Massendrang gesorgt. Abstandsprobleme haben die Geister anscheinend nicht, es ist auf jeden Fall noch kein Fall bekannt, dass sich ein Geist mit dem Virus infiziert hat.

Neben den vielen Geistern schwebte auch ein Geist einher, bei dem man mit ein bisschen Phantasie so etwas wie lila Hosen entdecken konnte. Der Geist von Robert (L.) war nach langer Abwesenheit auch wieder gekommen um endlich wieder einmal erwähnte zu werden. Auch ein grau melierter Geist mit einem Jacket wurde gesichtet. Ganz klar, der Geist von Flo war auch wieder mit dabei.

Angesichts dieses großen Andrangs war bald klar, die Geister spielen auf dem Großfeld. Das hatte einen resignierten Seufzer zur Folge, der wahrscheinlich vom Geist von Peter kam, denn auch der mag einfach nicht auf dem Großfeld spielen.

Beim Leibchen verteilen gab es zwei bemerkenswerte Szenen. Erst flog ein für Außenstehende normales Leibchen durch die Luft und verschwand am Körper eines Geistes. Nach einigem Gestöhne und leisem Protest (XXS-Größe für Kleinkinder) flog das Leibchen wieder in den Rucksack zurück. Dafür kam dann ein deutlich größeres Leibchen angeflogen und diesmal war der Geist zufrieden. Da wurde dem Geist von Tom eindeutig das falsche Leibchen zugeteilt.

Das gleiche Schicksal, nur anders herum widerfuhr dem Geist von Ali. Wieder flog ein für Außenstehende normales Leibchen durch die Luft und verschwand am Körper eines Geistes. Nach einem Lacher und Worten wie „Nachthemd“ flog das Leibchen wieder in den Rucksack zurück. Dafür kam dann ein deutlich kleineres Leibchen angeflogen und diesmal war der Geist von Ali zufrieden.

So ging es dann endlich los mit dem Geisterkick und das Spiel lief und lief und lief. Aber trotz fortgeschrittener Zeit kam kein Windhauch langsam vom Eingang heran geweht. Guiseppe ist wohl pünktlich erschienen. Seine Frau hat bestimmt den letzten Bericht gelesen und Guiseppe die Leviten gelesen, ab nun bitte pünktlich zu sein. Und diese Gardinenpredigt hat gewirkt, wie man sieht.

Besonders vor einem Tor spielten sich bemerkenswerte Szenen ab. Immer wieder flog ein Ball auf dieses Tor, aber jedes Mal war der Ball ganz kurz unsichtbar, um dann in eine andere Richtung wieder davon zu fliegen. Ganz klar, der Geist von Gernot stand da im Tor und baggerte Ball um Ball weg.

Machtlos war der Geist von Gernot allerdings als von weit außen ein hoher Ball in Richtung seines Tores flog. Vom Schützen den Ball war ein SCHEIßE zu hören, aber so schlecht war der Schuss oder die Flanke oder was immer es auch gewesen sein mag nicht. Denn der Ball nahm eine ungewöhnliche Flugbahn und senkte sich zum Erstaunen aller im Kreuzeck des langen Pfostens ins Tor. Da hat der Geist von Franz-Josef einer seiner berühmten Bananenflanken-Schüsse abgegeben und diesmal sogar mit Erfolg.

Auf der anderen Seite war wohl der Geist von Peter, dem Paul im Tor, denn auch dort schlugen sehr wenig Bälle ein. Wieder und wieder konnte der Geist von Paul die Bälle, egal in welches Eck sie geschossen wurden, noch vor der Linie oder sogar auf der Linie abfangen.

Aber dann war auch der Geist von Paul geschlagen. Aus der Ferne zischte ein Ball mit ungeheurer Wucht daher und wie mit dem Lineal gezogen schlug der Ball genau im Kreuzeck ein, da konnte sich der Geist von Paul strecken wie er wollte, an dieses Geschoss kam er einfach nicht heran. Da hat der Geist von Klaus mit seinem goldenen Fuß mal wieder erbarmungslos und vorallem genial zugeschlagen.

Überhaupt fielen bei diesem Spiel wenig Tore, was bestimmt auch am Geist von Ali lag. Der spielte rechts hinten und heftete sich wie eine Zecke an alle angreifenden Geister, die den Mut hatten, über seine Seite anzugreifen. Klein und wenig, wie der Geist war, klebte er am Angreifer und ließ ihm nicht eine Sekunde Luft zum Atmen. Das sprach sich bei den Angreifern herum und so mieden sie Alis Seite immer mehr.

Dann wälzte sich nach einem Zusammenprall plötzlich ein Geist auf dem Boden. Sofort flog ein anderer Geist über das Spielfeld heran und widmete sich dem gefallenen Geist. Ganz klar, der Geist von Claus, unserem Doktor, war mit dabei und untersuchte den armen Geist. Und Dank seiner Künste konnte der gefallene Geist kurz danach munter und flott wieder weiter spielen.

Auch durften wir eine typische VEB-Szene beobachten. Zwei Geister gerieten aneinander, es wurde leicht unübersichtlich und plötzlich schalte so etwas wie ein „Foul“-Ruf über den Platz. Ganz klar, der Geist von Carmelo war in den Zweikampf verwickelt und er fühlte sich gefoult. Und wie bei uns VEB’lern auch, gab es dazu unterschiedliche Meinungen. Es wurde hin und her diskutiert und das Ganze ging dann aus wie das Hornberger Schießen. Armer Geist von Carmelo.

Einen Höhepunkt erreichte das Spiel, als dem Geist von Achim ein Jahrhunderttor gelang. An der Strafraumkante stehend flog ein hoher Ball auf den Geist zu. Obwohl der Geist den Ball nicht sah, er stand mit dem Rücken zum Tor; hob der Geist instinktiv seinen Fuß und beförderte den Ball mit der Hacke in hohem Bogen auf das Tor. Der Ball sprang noch einmal auf und landete genau im Kreuzeck. Ein auch für einen Geist sagenhaftes Tor !!!

So wogte das Spiel hin und her und wurde dann durch das fünfte Tor einer Mannschaft beendet. So schlecht ist das Spiel für den Geist von Carmelo wohl nicht verlaufen, denn am Ende flog der Geist strahlend zur Außenlinie und bei genauerem Hinsehen konnte man an der rechten Hand vier ausgestreckte Finger entdecken. Dem Geist von Carmelo sind anscheinend vier Tore geglückt.

So begaben sich die Geister zufrieden und vergnügt nach Hause in dem Bewusstsein, dass endlich auch einmal gebührend über ihre fußballerische Taten berichtet wird.

 


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