Wenn nichts läuft, läuft nichts

30.09.2017 13:00 von Chronicle Redakteur Martin

30. September

 

Der  VEB-Chronicle  meldet:

 

Wenn nichts läuft, läuft nichts

Wenn nichts läuft in einem Spiel dann läuft halt nichts. Und wenn Du Scheiße am Fuß hast, hast Du Scheiße am Fuß, da hilft meistens nichts dagegen. Diese trübsinnige Erfahrung mussten heute die Gelben machen. Aber sie hatten auch Lichtblicke und sogar ein richtig gutes Spiel. Denn wenn der Gegner „mitspielt“ kann auch aus Scheiße Gold werden. Zudem zeigte uns heute Mäthes mal wieder seine altbekannten Fähigkeiten, aber er packte sogar noch einen noch nie bei ihm gesehenen Trick obendrauf.

Bei schönen Herbstwetter trafen sich zum Wiesnabschlusß 14 VEB’ler zu ihrem Kick. Tom’s Appell um pünktlichen Anpfiff blieb unerhört, und so trudelten die VEB’ler nach und nach erste ein. Wolfgang schnappte sich dann die Leibchen und stellte so die Mannschaften auf. So ging es dann mit 7 Gelben gegen 7 Orangene mit 20 Minuten Verspätung – laut offizieller Zeitnahme - los.

Die Orangenen mit Gernot im Tor, Martin, Pellegrino und Mäthes hinten und davor mit Klaus, Flo und Wolfgang, dem Ingo begannen recht flott. Die Gelben mit Wolfgang im Tor, Dieter, Franz-Josef und Peter in der Abwehr und davor mit Lucky, Mike und Jörg wurden sofort in ihre Hälfte gedrängt.

Die Orangenen spielten technisch versiert, liefen intelligent und waren ballsicher. So setzten sie sich in der gelben Hälfte fest und erspielten sich erste Chancen. Aber die wurden alle vergeben. Die Gelben produzierten in dieser Phase hauptsächlich Fehlpässe.

Aber die Orangenen bestanden nicht nur als ballsicheren Künstlern, sondern sie hatten auch Martin in ihren Reihen. Martin wollte aus der Abwehr heraus steil nach vorne auf Flo spielen, aber sein Pass missriet und landete in den Füßen von Peter. Peter schnappte sich den Ball, lief ein paar Meter und tunnelte dann Martin mit einem Steilpass auf Mike. Mike schnappte sich den Ball, hatte freie Bahn und ließ sich diese Chance nicht nehmen, es stand 1 : 0 nach ihrem ersten Angriff für die Gelben.

Nun schlich sich der Fehlpassvirus auch vermehrt bei den Orangenen ein, sodass eine Phase mit ziemlichem Gestocher und Gewürge folgte. Aber die Orangenen fingen sich dann wieder und kehrten – meistens jedenfalls – zu ihrer ballsicheren Spielweise zurück. So ergaben sich wieder Chancen. Pellegrino war es dann, der nach einem energischen Solo und einem platzierten Schuss den Ausgleich zum 1 : 1 erzielte.

Die Orangenen blieben spielbestimmend während die Gelben einfach nicht zu ihrem Spiel fanden. Bei ihnen häuften sich zu viele Fehlpässe und so kamen die Orangenen immer wieder leicht in Ballbesitz. Dies hatte zur Folge, dass sich auch die orangenen Abwehrspieler immer wieder in Angriffe einbringen konnten. Mäthes ging mit nach vorne, wurde links angespielt, lief noch ein paar Meter und haute den Ball dann aus eigentlich unmöglichem, spitzem Winkel ins Netz zur 2 : 1 Führung.

Durch solche Rochaden wurde auch Flo kurzfristig Abwehrchef der Orangenen. Aber mangels ernsthafter Aufgaben zog es ihn auch immer wieder nach vorne. Es gab Ecke für die Orangenen. Flo ging nach vorne ins Sturmzentrum, Pellegrino zirkelte die Ecke halbhoch genau dorthin und Flo tunnelte der armen Wolfgang, es stand 3 : 1.

Die Gelben kamen nur sporadisch zu Angriffen, aber wenn sie mal in der Hälfte der Orangenen waren, wurde es dann doch gefährlich. So gelang Mike (??) der Anschlusstreffer zum 2 : 3, aber das war es dann auch für die Gelben in diesem Spiel. Die Orangenen beherrschten einfach zu eindeutig Spiel und Gegner. Sie waren wendiger, ballsicherer und hatten oberdrein noch sichere Torschützen. So durfte sich auch Klaus in die Liste der Torschützen eintragen.

Klaus trieb den Ball aus dem Mittelfeld in den gelben Strafraum, ließ einen Gelben mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen und zirkelte den Ball elegant und seelenruhig neben dem Pfosten zum 4 : 2 ins Netz. Kurz danach fiel das 5 : 2 und das Spiel war schnell vorüber.

Die anschließende Pause tat den Gelben sehr gut, den Orangenen hingegen weniger. Die Gelben kamen hellwach und hochmotiviert aus der Pause, während die Orangenen noch in ihren Siegesträumen schwelgten. Die Gelben hatten Anstoß, Mike wurde in der verwaisten Mitte steil geschickt. Nur Ingo stellte sich Mike eher halbherzig in den Weg, sodass Mike kein Problem hatte, ihn zu überlaufen. Martin war viel zu weit weg, Mike hatte freie Bahn und schon stand es 1 : 0 für die Gelben.

Die Orangenen dachten sich nichts dabei, schließlich hatte des erste Spiel genauso begonnen: erster gelber Angriff, erstes Tor und zum Schluss hatten die Orangenen das Spiel leicht nach Hause gebracht. Aber wir befanden uns im zweiten Spiel und das lief anders. Denn die Orangenen fanden plötzlich überhaupt nicht mehr ins Spiel.

Ihr Faden war gerissen, nun waren sie es, die Fehlpässe am laufenden Meter produzierten. Und solche Geschenke nahmen die Gelben gerne an, sie kamen auch deshalb nun richtig in Schwung. Zudem gab es Abstimmungsprobleme bei den Orangenen.

Ein hoher Ball aus der gelben Abwehr heraus flog auf Mike und Flo zu. Flo versuchte Mike zu blockieren, aber Flo blockte damit hauptsächlich Martin ab, der auch versuchte, an diesen hohen Ball zu kommen. So wand sich Mike elegant durch Flo und Martin hindurch, schnappte sich den Ball, hatte freie Bahn und schon stand es 2 : 0.

Die Orangenen waren konsterniert, so hatten sie sich das Spiel nicht vorgestellt. Aber ihr Spiel wurde dadurch nicht besser, denn die Gelben fanden nun zunehmend Gefallen an dem Spiel. Sie erspielten sich mehrere Chancen, die Gernot aber entschärfen konnte. Aber das gelang halt nicht immer.

Diesmal wurde Jörg steil bedient, mal wieder war die orangene Abwehr sehr unsortiert, Jörg stand ganz frei vor Gernot und nahm den Ball an. Martin kam angerannt und konnte Jörg den Ball gerade noch vom Fuß spitzeln. Aber der Ball landete wieder vor Jörgs Füßen und gedankenschnell beförderte Jörg den Ball mit der Pike an Gernot vorbei zum 3 : 0 ins Netz.

Ingo hatte dann genug vom brotlosen Sturmspiel der Orangenen und ging zurück in die Abwehr. Dafür rückte Martin in den Sturm. Diese Umstellung brachte etwas mehr Ordnung ins Spiel der Orangenen. Martin hatte sogar ein, zwei Chancen, aber seine Schusstechnik verhinderte, dass die Bälle auch ins Tor flogen.

Da machte es Pellegrino schon besser. Pellegrino kam aus dem Mittelfeld angestürmt, umdribbelte einen Gelben und legte all seinen Frust in den Schuss. Hart und unhaltbar flog der Ball flach zum 1 : 3 ins Netz.

Aber das war es dann auch schon für die Orangenen in diesem Spiel. Typisch für das Spiel der Orangenen war das 4 : 1. Wieder einmal kamen die Gelben schnell über links und flankten gefährlich vor Gernots Tor. Martin kam angerannt und wollte den Ball vor dem einschussbereit Jörg weghauen. Aber Martin erwischte den Ball so unglücklich, dass er von seiner Fußspitze ins eigene Netz flog. Die Gelben ließen sich dieses Spiel dann nicht mehr aus Hand nehmen und bald hatten die Gelben dieses Spiel mit 5 : 1 gewonnen.

Die Pause tat nun den Orangenen sehr gut, denn sie fanden in der Pause ihren Faden wieder. Und sie waren von Anfang an hellwach, darauf hatte Pellegrino lautstark Wert gelegt. So bestimmten nun wieder die Orangenen das Spiel, während bei den Gelben wieder der Fehlpassvirus um sich griff. So kamen die Gelben überhaupt nicht ins Spiel, Mike und Jörg verhungerten vorne. Zudem waren die Orangenen nun auch geistig fitter und konnten sich so viele eigentlich gute Pässe der Gelben vor dem gelben Adressaten erlaufen.

Pellegrino war es dann, der mit einem Gewaltschuss für das 1 : 0 der Orangenen sorgte. Wolfgang im Tor der Gelben hatte in diesem Spiel nicht seine beste Phase. Und das nutzte besonders Mäthes gnadenlos aus. Wieder kam Mäthes über links angebraust, er wurde von Ingo freigespielt, wieder trieb er den Ball voran bis kurz vor die Torauslinie. Aus unmöglicher Position und ohne jede Aussicht auf eine Lücke haute Mäthes mit seinem linken Hammer auf’s Tor. Wolfgang, er am kurzen Pfosten stand, prallte der Ball unglücklich ans linke Bein und von dort zur Verwunderung aller und zur Freude der Orangenen zum 2 : 0 ins Tor. Mike konnte es einfach nicht glauben, wie man aus so einer Position ein Tor erzielen kann.

Aber dann zeigte uns Mäthes, dass er nicht nur einen harten linken Hammer hatte, sondern dass er auch brasilianisch zaubern kann. Es gab wieder einmal eine der vielen Ecken für die Orangenen, die Pellegrino herein brachte. Durch Freund und Feind folg der flache Ball parallel zum Tor bis knapp vor den zweiten Pfosten. Dort stand Mäthes mit dem Rücken zum Tor und bugsierte den Ball mit der Hacke am völlig überraschten Wolfgang vorbei zum 3 : 0 ins Tor.

Aber auch beim 4 : 0 sah Wolfgang nicht sehr glücklich aus. Klaus kam aus dem Mittelfeld, trieb den Ball voran, narrte die gelbe Abwehr und hatte freie Schussbahn. Sein harter Schuss kam halbhoch genau auf Wolfgangs Fäuste geflogen. Aber Wolfgang platzierte seine Fäuste so unglücklich, dass der Ball von seinen Fäusten ins Netz zum 4 : 0 flog.

Die Gelben waren bedient und frustriert, Mike fand keine lobenden Worte für Wolfgangs Leistungen und so war es kein Wunder, dass den Gelben nichts mehr gelang. Angesichts solcher Resignation konnte sich sogar Martin mit in den Sturm einschalten. Martin hatte vorhin schon eine gute Chance gehabt, ein Tor zu erzielen, aber aus aussichtsreicher Position kam Martin zu sehr in Rücklage und sein Schuss mit dem Innenrist ging sogar über den Zaun hinter dem Tor.

Trotzdem wurde Martin bei seinem erneuten Vorstoß wieder angespielt. Diesmal wählte Martin eine andere Schusstechnik, er haute den Ball mit der Pike flach (!!!) genau in die Lücke zwischen Wolfgangs Beinen und dem kurzen Pfosten, es stand 5 : 0 und das Spiel war entschieden.

Da noch 20 Minuten Zeit waren, machten wir noch ein viertes Spiel. Ingo sagte uns zwar die ganze Zeit, dass er heute pünktlich Heim müsse und fragte alle paar Minuten nach der Zeit. Aber auch unter solchem Zeitdruck gelang uns ein schönes viertes Spiel.

Zu mindestens aus orangener Sicht, denn die Orangenen bestimmten auch dieses Spiel. Sie packten nun all ihre Spielfreude aus und ließen den Ball sicher durch ihre Reihen laufen, besonders auch vor dem gelben Tor. Und solange sich nicht Martin mit in die Angriffe einschaltete, gelang dies auch sehr gut.

So konnten die Orangenen durch zwei wunderschön heraus gespielten Tore früh mit 2 : 0 in Führung gehen. Bei beiden Toren wurde der Ball vor dem gelben Tor hin und her gespielt, bis in der Mitte ein Orangener frei war, der den Ball dann ungehindert aus kurzer Entfernung über die Linie drücken konnte.

Die Gelben kamen nur sporadisch in die orangene Hälfte und bei einem ihrer seltenen Vorstöße gelang Mike nach einem energischen Solo, wo er die halbe orangene Abwehr stehen ließ, der Anschlusstreffer zum 1 : 2.

Am Spiel selber änderte dieses Tor nichts, die Orangenen blieben spielbestimmend. Und sie konnten auch andere Tore als schön herausgespielte erzielen. Pellegrino kam aus dem Mittelfeld und haute den Ball mit solcher Wucht unter die Latte, dass Wolfgang diesmal absolut chancenlos gewesen ist, auch wenn er seine Fäuste noch an den Ball gebrachte hätte.

Wieder hielt Mike seine Gelben mit einem weiteren Tor zum 2 : 3 halbwegs im Spiel, aber auch dieses Tor änderte nichts am Spielverlauf. Die Orangenen bauten ihre Angriffe nach Belieben auf und kamen leicht zum 4 : 0.

Auf der anderen Hälfte des Feldes machte sich eine Mädchenmannschaft warm, bei der Mäthes Tochter mittrainierte. Dies motivierte Mäthes besonders, wer will sich schon von seiner Tochter anhören müssen, wie dämlich er heute wieder Fußball gespielt hat.

Aber dieser Motivationsschub war eigentlich nicht nötig, zu überlegen waren die Orangenen. Zudem fragte Ingo nun im Minutentakt nach der Uhrzeit. Klaus war es dann, der den armen Ingo erlöste. Klaus bekam in der Mitte den Ball zugespielt und drückte den halbhohen Ball mit der Brust (!!!) aufs Tor. Wolfgang wehrte den Ball ab, aber der Ball fiel Klaus wieder vor die Füße und diesmal machte Klaus kurzen Prozess und haute den Ball zum 5 : 2 Sieg der Orangenen ins Netz. Ingo war erlöst und konnte rechtzeitig nach Hause gehen.

Nach dem Spiel beschlossen wir dann, am Dienstag, 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit um 8:00 Uhr zu kicken.  

 

 

Hier die Bildergalerie dazu

 


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